Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 4 (1928-1929)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1929)
- Article
- Einführungen in das erste Buch Mose
- Date
- 1929-02-01
- Page
- 539 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Beter und wie als Einspruch gegen das Haus des Bundes-Baal, den wir später dort verehrt finden, bei seinem Zelte einen Altar errichtet, und dabei verkündet: Gottheit ist nur der Gott Israels! Aber der wahre Ort soll Bethel sein. Jetzt (c. 35) erinnert ihn Gott daran (dessen Name bezeichnenderweise in dem Kapitel vorher nicht vorgekommen war). Ein solcher Ruf kommt immer von Gott, wie der Ruf der Heimat, des Elternhauses. Darauf läßt Jakob sein ganzes Haus sich zu einer Wallfahrt rüsten nach jener Stätte, wo ihm Gott einst erschienen war, als er vor Esau in die Fremde floh, und die er zu einer Gottesstätte hatte weihen wollen. Wie tief das heidnische Wesen und Verderben bereits eingefressen war, lehrt die Aufforderung Jakobs: Tut zuvor die fremden Götter ab, die unter euch sind; und sie übergaben Jakob reuig die fremden Götzen, die in ihrer Hand waren und die Ringe in ihren Ohren. Das Götzenwesen durchdrang das ganze tägliche Leben und beherrschte mit seinen bildlichen Darstellungen auch Schmuck und Hausgerät Der Alltag war sich dessen kaum bewußt, aber wenn man vor den Gott Israels treten sollte, hatte man sich daran mahnen zu lassen, daß sie verabscheuungswerte Sinnbilder und Quell heidnischer Art seien, und das erste war, sie abzutun. Ebendies ist die pädagogische Absicht einer Wallfahrt. Die Vorbereitung im Geiste des Festes ist schon das halbe Fest Erhabene Stunden werden an der heiligen Stätte erlebt Jakob baut einen Altar, ebendort wo ihm einst Gott im Traum erschienen war und erneut den Namen Bethel, Gotteshaus; mit wie anderen Gefühlen als damals! Und wiederum offenbart sich ihm Gott, diesmal persönlicher und unzweideutiger, als El Schaddaj, wie einst dem Abraham, um ihm die gleichen Verheißungen einer großen Zukunft auszusprechen und gleichfalls, jetzt aber förmlich, seinen neuen Namen zu verleihen. Darum nennt Jakob den Ort auch dieser Offenbarung Bethel. Es ist ebenso wie Peniel ein Seitenstück zu dem eigenen Namen Israel. In der späteren biblischen Geschichte wird Bethel noch einmal eine traurige Rolle spielen. Es wird — die Heimat des gröbsten Götzendienstes! Gerade hier stellt der vom Hause Davids abgefallene Jerobeam eines der goldenen Kälber zur Verehrung auf und lenkt dorthin die Wallfahrer von Jerusalem ab. Hier erhebt der Prophet Arnos unter Jerobeam II. seine machtvolle Stimme, so daß er des Landes verwiesen wird: du sollst in Bethel nicht ferner weissagen, denn es ist ein Königsheiligtum und eine Reichsresidenz. In grimmigem Wortspiel nennen es die Propheten jetzt Beth-Awen, Götzenhaus. Das war aus dem ersten Wallfahrtsort geworden. Der Erzähler hat davon noch 37 539 i