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Der Morgen · 1929-02-01 · Heft 6 (Februar 1929) · p. 535

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Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 6 (Februar 1929)
Article
Einführungen in das erste Buch Mose
Date
1929-02-01
Page
535 (sequence 11)
Language
German
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Der Beter Israel geworden ist, am Genuß, am Essen zu lehren: Religion ist Hemmung. Nachdem (c 33) Esau und Jakob sich umarmt haben, vollzieht sich ihre Unterhaltung in den rücksichtsvollsten Formen. Von der Vergangenheit ist keine Rede mehr. Auch Jakob zeigt sich der hohen Stunde wert Ist Esau von brüderlicher Gesinnung erfüllt, so wird er für den anderen ebendadurch ein Gegenstand der Ehrfurcht und fast ein überirdisches Wesen. Mit deutlicher Beziehung auf das Erlebnis von Peniel spricht er: ich durfte dein Angesicht sehen, wie man einen Elohim sieht und fand dein Wohlgefallen. Verzeihen verklart Das große Geschenk der Herden will Esau beinahe ablehnen, aber schließlich läßt er sich erbitten und nimmt Nehmen ist eben doch ein Hauptzeitwort bei ihm Er sä»!: ich habe viel, will heißen: kann aber noch mehr gebrauchen. Jakob sagt: Nimm, denn ich habe schon alles. Esau will sogar den weiteren Weg mit dem Bruder zusammengehen. Aber dabei ist diesem doch nicht ganz geheuer. Wer kann wissen, wie der Wankelmütige morgen gesinnt sein wird? Er lehnt also dankend ab, selbst das Geleit, das Esau ihm aus seinen Leuten stellen will, und jeder zieht seines Weges. So hat denn Jakob mit den beiden Widersachern abgeschlossen, die ihm bisher das Leben schwer gemacht haben, Laban und Esau. Gott war mit ihm gewesen, halte ihn auf seinem Wege behütet und in die Heimat zurückgebracht, wie er verheißen. l\. Aber wir würden den Sinn der Geschichte Jakobs ganz und gar nicht verstanden haben, wenn wir glaubten, sie könnte jetzt zu Ende sein. Begnadigung zum Leiben ist noch keine Freisprechung, Verzeihung noch keine Sühne. Dazu soll er noch viel leiden, und erst jetzt beginnen die Trübsale und verdüstern die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Seine Kinder sind es, an denen er gestraft wird, indem ihre Schuld sein Leiden für seine Schuld wird. Mehrere machen ihm Schande, die liebsten Menschen sterben ihm, und zuletzt erfaßt ihn unendlicher Gram um einen verlorenen Sohn. Erst im hohen Alter gelangt der Vielgeprüfte in den Hafen des Friedens. War es recht, daß Jakob sich nach der Trennung von Esau in Sukkot und dann nahe der Stadt Sichems ansiedelte und ankaufte, anstatt, wie man erwarten sollte, sich geradeswegs nach Bethel zu begeben, um das bei der Flucht getane Gelübde zu erfüllen, und dann nach Hebron zu dem alten Vater? " Jedenfalls sollte es verhängnisvolle Folgen haben (c. 34). Sichern, der Sohn des Landesfürsten Chamor, hat Dina, die Tochter Jakobs, die ausgegangen war, die Töchter des Landes zu besuchen, kennen gelernt, sich in sie verliebt, 535 i

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