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Der Morgen · 1928-12-01 · Heft 5 (Dezember 1928) · p. 448

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Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 5 (Dezember 1928)
Article
Die Rassenfrage in ihrem Verhältnis zu Religion und Recht
Date
1928-12-01
Page
448 (sequence 4)
Language
German
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Hans HarLmann Ich möchte dabei folgenden Gedanken durchführen: Im ursprünglichen Judentum, also bei „Moses und den Propheten" ist die Idee vorhanden, daß Religion und Recht, innerer und äußerer Bau, Gestalt und Gestaltung eine unausschöpflich tiefe Einheit bilden: der Wille Gottes über dieser Welt, der das Seelische und das Materielle gleich wichtig und ernst nimmt Im „gelobten" Lande soll das „auserwählte" Volk dem „einen, heiligen" Gotte dienen. Damit war aller individuelle und volkhafte Lebenssinn in einer unendlich tiefen Weise erfüllt Aber die Geschichte brach mit ihrem unerbittlichen Verlauf herein und in den Kämpfen der Rassen um Vorherrschaft oder Alleinherrschaft, von denen schon das Alte Testament, dann aber die ganze Weltgeschichte voll ist, kamen Religion und Recht, Gestalt und Gestaltung unter die Abhängigkeit vom Rassengedanken und sie konnten sich dieser Abhängigkeit bis auf den heutigen Tag nur ausnahmsweise, sei es in Einzelnen oder Gruppen, entziehen. Heute aber vernehmen wir die Forderung, daß die Gottesverehrung und die Weltgeslallung vom Rassischen unabhängig sein muß, wieder in einer besonders deutlichen Weise. Diese Forderung ist an sich natürlich immer gültig, aber je mehr jene Einheit von Religion und Recht zerfiel und ihre Teile sich vom Ganzen, von der Totalität lösten, je mehr also die Religionen und die Rechtsformen ihren Sinn verloren, nämlich der Herrschaft Gottes zu dienen, desto mehr näherte man sich dem Punkte, wo der Zeiger wieder zurück oder besser: in die richtige „Mitte" schlägt Ohne daß wir behaupten, daß „jetzt", im 20. Jahrhundert, die Zeit erfüllet wäre, haben wir jenen Anspruch zu erkennen und in einer neuen Weise ernst zu nehmen. So gilt die Forderung jener tiefen Einheit von Religion und Recht heute für alle Menschen, Juden und Christen, Moslems und sogenannte Heiden. Und es ist sicher, daß sie auch überall gespürt wird. * * * Die Religion geriet in der Weise in Abhängigkeit von der Rasse, daß die Erscheinungswelt der Religion zum Ausdruck einer bestimmten Rasse wurde. Bei den Juden ist das Sendungsbewußtsein ein besonderes Rassenmerkmal, und immer hat dieses, wenn ich so sagen darf, auf die Religion „abgefärbt". So lange die Juden ein Land besaßen, entwickelten sich folgerichtig die Vorstellungen, daß dieses Land die Mitte der Welt sei, daß Gott alle Völker zum heiligen Berge Zion rufe, wo sie unter der geistigen Führung der Juden (man darf da doch nicht von Herrschaft sprechen) Frieden, Erfüllung 44S

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