Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 4 (1928-1929)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1928)
- Article
- Warum ich Jude bin
- Date
- 1928-10-01
- Page
- 379 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Warum ich Jude bin weiht jedem Vaterland den Schatz an Menschentum, den ihr von Israel übernahmt; und der Friede eures Vaterlands wird euer Friede sein, und der Friede der Menschen euer Friede". Also lehrte Jeremias Israel seine Aufgabe, also wird Israel sie erfüllen. Doch verloren unter allen Völkern, wird es nicht Gefahr laufen, sich selbst zu verlieren? und mit sich die Idee, die in ihm dauern soll? Und nun beginnt zur selben Stunde, in der die Menschheit sich ihrer Einheit bewußt wird, die Rückkehr der Juden nach Palästina, die nach dem Worte des Propheten an das Wunder jener Einheit gebunden ist Die über die Welt ver*- streuter: Juden strömen nach dem Boden der Ahnen zusammen; und die Scholle, die die Zionisten zu neuer Fruchtbarkeit erwecken, die Sprache, die sie neu erlernen, die ganze Kraftentfaltung ihrer Auferstehung macht es den verstreuten Juden wie den verstreuten Menschen unmöglich, Israel und seine Idee zu vergessen. Und mm, mein Kind, wende den Blick nach dieser Vergangenheit, schau um dich und überlege. Man erhebt gegen die Juden nur einen Vorwurf, und trotz aller Lügen und aller Greuel in seinem Gefolge ist dieser Vorwurf gerechtfertigt: sie wollen Juden sein. Gibt ihre Vergangenheit ihnen das Recht dazu? Gestattet sie, daß es anders sei? Betrachte den erhabenen Plan, der sich von allem Anfang an offenbart und sich von Jahrhundert zu Jahrhunderl. verwirklicht Haben die Griechen der Welt im voraus angekündigt, daß sie ihr die Schönheit, die Römer, daß sie ihr das Recht offenbaren würden? Betrachte unser schwaches und sündiges Volk, das schon zu Beginn seiner Geschichte verkündet, was seine Geschichte sein wird; betrachte, wie es die Sendung wählt, von der es erwählt ist und mit ihr den vorhergesagten Weg beschreitet Betrachte dieses Volk ewiger Sünder, zweimal verbannt und zweimal die Zerstreuung überlebend, das genau nach dem Gebot seiner Prophezeiungen aus seiner ersten Verbannung die göttliche Einheit heimbringt, durch die zweite die menschliche Einheit vorbereitet Betrachte, wie es, verfolgt auf der ganzen Welt, stets dem Sterben nahe, stets ein Obdach findet, das die Vorsehung ihm bereitet hat, es vor dem Untergang zu schützen. Betrachte, wie es seine Wahrheit trägt und diese Wahrheit, auf daß sie rein bleibe, sich über die Welt verbreiten läßt als helles Feuer, an dem sich seine Scheiterhaufen entzünden. Betrachte, wie es die zwiefache Liebe verkörpert, durch die es alle Foltern erleidet, und wie es in dem Augenblick, da es sich in ihr allen Völkern der Erde schenkt, um weiter zu leben da» 26 379