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Der Morgen · 1928-10-01 · Heft 4 (Oktober 1928) · p. 363

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Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 4 (Oktober 1928)
Article
Warum ich Jude bin
Date
1928-10-01
Page
363 (sequence 10)
Language
German
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Warum ich Jude bin eignis meines Lebens seine Erklärang nicht in den vorangehenden, sondern in den darauffolgenden Ereignissen gefunden — als ob eine dunkle Vorsehung, zu deren freiwilligem Mitarbeiter ich mich gemacht, in meiner Vergangenheit meine Zukunft vorbereitet und mich durch mich selbst zu mir geleitet hätte! Sollte dieser Geist, wenn er in mir und in der Welt gegenwärtig wäre, nicht auch in der Geschichte der Welt gegenwärtig sein? in der Geschichte der Völker, der Geschichte Israels? Man würde also zugeben, daß einzelne Genies, einzelne Rassen, mehr als andere seine Gegenwart gefühlt haben und daß die Rasse, welche sie am stärksten zu empfinden glaubte, die Sendung in sich fühlte, sie zu verkünden? Warum nicht? * * * Jüdische Rasse? Es heißt, daß man unter den Juden sämtliche anthropologische Typen findet: brachycephale Juden, dolichocephale Juden: weiße Juden, gelbe Juden, ßchwarzc Juden. Das Judentum wäre also nur im geistigen Sinn eine Rasse? Sollte dieses vielfältige Blut nur ein Blut sein, weil nur ein Gedanke in ihm lebendig ist? * * * Die Thora Israels. Ich fange an, klarer zu sehen. Zwei Aspekte der Thora: 1. Die moralischen und religiösen Vorschriften, Ordnung, Gerechtigkeit, Frieden und Liebe betreffend sind das ideelle Gesetz jeder menschlichen Geschäft, auch das Gesetz des Weltalls: denn nach unseren Propheten und Weisen ist die Ordnung, die die Harmonie von Himmel und Erde regelt, von gleichem Weser wie die moralische Ordnung. (Und darum: „Gott las die Thora, als er die Welt schuf".) 2. Das besondere Gesetz Israels; es enthält das andere, fügt aber alle Verordnungen hinzu, die das Leben dieses Volkes regeln und es von den anderen Völkern unterscheiden. Diese beiden Aspekte der Thora sind tief verbunden: damit am Ende der Tage der Messias mit Gerechtigkeit, Frieden und Liebe die Welt regiere, muß Israel, das die Hoffnung des Messias ist, bis an das Ende der Tage Israel bleiben. Daher müßte sein besonderes Gesetz, wie das allgemeine Gesetz, "ewig sein. 25 363

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