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Der Morgen · 1928-08-01 · Heft 3 (August 1928) · p. 248

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Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 3 (August 1928)
Article
Einführungen in das erste Buch Mose
Date
1928-08-01
Page
248 (sequence 10)
Language
German
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B. Jacob Dodim heißt. „Komm Geliebter, laß ans früh aufstehen zu den Weinbergen, laß uns sehen, ob die Rebe grünt, die Knospen sich erschließen, die Granaten blühen, dort will ich dir meine Liebe schenken, die Dudaim duften..." Eis sind einfach lieblich duftende Blumen, die der kleine Rüben, wie Kinder pflegen, der Mutter vom Felde mitbringt und jede der Frauen denkt sogleich, wie schön es wäre, damit das Gemach zu schmücken und den Gatten zu erfreuen. So wird die Erzählung auch von einem zarten Blumenduft durchweht. 4. Nach der Geburt des ersten Kindes von der Lieblingsfrau denkt Jakob an die Heimkehr und bittet Laban, ihn ziehen zu lassen. Aber der mag einen so wertvollen Knecht, der ihn reich gemacht hat, nicht missen und fragt, welchen Lohn er verlange, wenn er weiter bleibe. Jakob macht einen eigenartigen Vorschlag: Es sollen aus der Herde Labans, wie sie jetzt ist, aüe gefleckten Ziegen (und dunklen Schafe) ausgesondert werden, und was in Zukunft von dieser Art geworfen wird, soll Jakob gehören. Laban geht darauf ein und entfernt alle Tiere, die irgendwo einen weißen Fleck haben (sowie die dunklen Schafe) und übergibt sie anderen Hirten, die weit entfernt weiden. Wie sollen nun aber, da es in der von Jakob gehüteten Herde keine gefleckten Tiere mehr gibt, Junge solcher Färbung geboren werden? Da nimmt Jakob Stäbe von verschiedenen Holzarten und schält in Streifen die Rinde ab, daß das Weiße bloßliegt. Diese Stäbe stellt er in die Wasserrinnen, wenn das Vieh zur Brunstzeit zur Tränke kommt. Und es werden weißgefleckte Junge geworfen. Die Einzelheiten machen der Erklärung große Schwierigkeiten, aber dieser Sachverhalt ist klar. „Und der Mann breitete sich sehr, sehr aus, und er hatte große Herden und Mägde und Knechte und Kamele und Esel." Wiederum große sittliche Entrüstung I Was Jakob hier tut, indem er künstlich ein Sichversehen der Muttertiere herbeiführt, sei ein betrügerischer Kniff, durch den er den Betrüger Laban noch übertrumpfe. Wie die Erstgeburt und den Segen habe er auch seinen Reichtum einem Betrüge zu verdanken. Gewöhnlich verteidigt man ihn damit, daß er in Notwehr gehandelt habe. Ohne diese Selbsthilfe wäre er für immer in Abhängigkeit von Laban geblieben. Übrigens sei die Sache rechtlich nicht anzufechten. Vertrag ist Vertrag, Laban hätte sich besser vorsehen sollen. Wenn ferner ein Angestellter ein halbes Menschenalter für seinen Herrn gearbeitet und ihn durch seine Arbeit reich gemacht hat, wenn er von diesem auch noch um sein Lebensglück betrogen worden ist, soll er sich dann geduldig auch weiterhin mit dem bloßen Lebensunterhalt begnügen, auch wenn er inzwischen eine zahlreiche Familie 248

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