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Der Morgen · 1928-06-01 · Heft 2 (Juni 1928) · p. 155

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 2 (Juni 1928)
Article
Juden als unfreiwillige Werkzeuge der Weltpolitik
Date
1928-06-01
Page
155 (sequence 6)
Language
German
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B. Segel: Juden als unfreiwillige Werkzeuge der Weltpolitik datiert war, berichtete der Schreiber, daß er seine Pilgerfahrt durch das Heilige Land glücklich vollendet habe und bald bei den Seinigen zu sein hoffe; im zweiten, der in Odessa aufgegeben war, bat er um Zusendung von 5o Dukaten zur Bestreitung der Heimreise. Beide Briefe waren in dem blumenreichen, unbeholfenen, allen Sprachregeln hohnsprechenden hebräischen Stil jener Zeiten geschrieben, der aus Bibelversen, Phrasen aus dem alltäglichen Gebet, Jargonwendungen und dergL bestand. Nowosilzow witterte hier eine gefährliche Staatsaffäre und verfaßte einen langen Bericht an den Großfürsten Konstantin: er habe hier die Fäden einer verzweigten Intrige in der Hand, es handle sich offenbar um Emissäre, die im Auftrage einer Geheimorganisation nach dem Orient gegangen seien, um dort einen Staat zu gründen. Sobald der Schreiber heimatlichen Boden betrete, werde Nowosilzow ihn festnehmen lassen. In der Tat wurde der arme Pilger verhaftet, ungefähr 60 Briefe wurden bei ihm konfisziert — die ihm von Juden in Palästina an ihre nächsten Anverwandten im russischen Reiche mitgegeben worden waren. Eine hochnotpeinliche Untersuchung wurde angestellt, die „Dokumente" wurden ins Französische und daraus ins Russische übersetzt und nach Petersburg geschickt. „Unter den Juden, welche über die ganze Welt zerstreut sind", schrieb Nowosilzow an den Zaren, „existiert eine Art Regierung, bestehend aus Rabbinern, Almosenieren des Heiligen Landes, Vorgesetzten, Gabenverteilern für jede Stadt. Dieser geheimen Behörde schließen sich die reichen Juden aller Länder an, denen der Titel eines Fürsten gegeben wird... Es scheint zweifellos, daß seit einiger Zeit die Anhänglichkeit der Juden zum Lande ihrer Väter erwacht ist, sie bauen dort Synagogen, beten an den Gräbern der Propheten und betrachten es als Seligkeit, im Heiligen Lande zu sterben. Dort soll auch ihr Messias dermaleinst erscheinen. Geleitet von dem Gefühl der Devotion, welches allgemein zu werden anfängt, begeben sie sich dorthin in Massen. Durch Sul>- skriptionen und Spenden tragen die Daheimgebliebenen zum Unterhalt der nach Palästina ausgewanderten Personen und. der dort vorhandenen Wohltätigkeitsanstalten bei ... Daraus folgt, daß nach Palästina aus aller Herren Länder viel Geld zusammenfließt, besonders aus jenen, wo die größte Anzahl Juden wohnt Dieses Volk hält die Augen unablässig nach dem Heiligen Lande gerichtet, und entfremdet sich dadurch immer mehr dem von ihm bewohnten Staat, wird immer widerspenstiger . . . Noch mehr, dadurch bilden sich von Asien aus in allen Landen Europas geheime Kundschafter, die im gegebenen Fall Spionage treiben können, ohne gefaßt zu werden. Gegenwärtig scheinen 11 155

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