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Der Morgen · 1928-02-01 · Heft 6 (Februar 1928) · p. 663

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 6 (Februar 1928)
Article
Klage gegen die Zeit von dem Weisen Don Jehuda Abrabanel
Date
1928-02-01
Page
663 (sequence 2)
Language
German
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Klage gegen die Zeit von dem Weisen Don Jehuda Abrabanel. Den Jüngeren nannte ichSch'muel; eingefordert hat ihn die Zeit, mein Bränger und Nachsteller, 20 Und erschlug ihn im fünften seiner Jahre und groß ward um ihn meine Erschütterung und mein Trauern. Und der ältere, den ich Jizchaq nannte, Ahrabanel, wie mein Stammvater, Wie der Name des Großen in Israel war, wie sein Ahne, wie der Sohn Ischai — er ist das Licht des Westens, Wie er geboren war, sah ich ihn. daß er gut war einzupflanzen in sein Herz Einsicht und das Gut seines Ahnen und mein Gut. Ein Jahr alt, wehe, da wehte sie ihn weg von mir, verstieß ihn die Zeit, mein Feind und Verfolger. Zur Zeit, als vertrieben wurden die Kinder des spanischen Exils, befahl der König, mir einen Hinterhalt zu stellen, Daß ich nicht ausziehe und hinüberfahre zwischen den Meeresbuchten, befahl, meinen Sohn zu nehmen, den aus meinem Marke genährten, Um ihn seinetwillen in seinen Glauben hineinzuführen. Mir verriet es ein guter Mann, mein Freund. Da sandte ich ihn mit seiner Amme im Finster der Mitternacht, als wär er meine Diebesbeute, Nach Portugal, und dort war König Joan, der früher mein Zerstörer gewesen. 30 Dort ward groß meines Vaters Ehre und Reichtum zu seines Vaters Zeiten, er, mein König, mein geachteter. Dieser da stand auf, Frevler, Schuft und Grausamer, habsüchtig, unersättlich, hündisch. Und zur Zeit, da seine Granden sich gegen ihn verschworen und sein Bruder, machte er mit Trug meinen Vater zu seinem Verschwörer. Da wollte er ihn morden, als er seinen Bruder mordete, aber ihn rettete vor dem Tod, der über den Engeln thront. Er entwich nach Castilien, dem Orte meiner Vorfahren, und dort war mein Stammeshaus. Und dann raubte er ohne Genüge mein Vermögen, plünderte mein Gut, mein Silber und Gold. Als er nun sah, daß mein Sohn in sein Land kam und meines Vaters Haus in Italien, wo auch ich war, Da hielt er ihn fest, daß er nicht wiederkehre, und befahl, daß niemand den Versteckten mir zurückbringe. Als er starb, erstand nach ihm ein törichter König, Fanatiker seines Glaubens, ein Hohlkopf. Er vergewaltigte die ganze Gemeinde Jakobs und ließ übertreten ihr Gesetz alle Kinder meines edlen Volkes. 40 Viele töteten sich selbst, um nicht zu übertreten die Lehre Gottes, der von der Enge ins Weite bringt. Genommen wurde mir das Liebste meiner Seele und umgetauft sein guter Name, der meines Vaters Name war. Schon ist er zwölf Jahre alt, und ich sah ihn noch nicht durch die Sünde meiner Verschuldung, meiner Schuld. Ich wehklage und über mein Haupt kam meine Missetat und über meine Seele meine Klage und meine Anklage. Fliehen ließ ich ihn in das Schrek- 663

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