Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1928)
- Article
- Jüdische Wanderungen
- Date
- 1928-02-01
- Page
- 602 (sequence 17)
- Language
- German
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Michael Traub satze anderer Völker unverhältnismäßig hoch. Von 1899—1924 entfielen auf das Bekleidungsgewerbe in der jüdischen Einwanderung 367 633, in der allgemein-amerikanischen 769129 Seelen. Unter ihnen zählte man bei den Juden 224760 (61,14%), insgesamt 344 364 (45,36o/0) Schneider. Obwohl die jüdische Einwanderung während dieser 26 Jahre nur 10,420/0 der amerikanischen Gesamteinwanderung bildete, übertraf der relative Einwanderungsprozentsatz des jüdischen Bekleidungsgewerbes (200/0), namentlich aber der des Schneidergewerbes (12,23 0/0) die entsprechenden Prozentsätze der nichtjüdischen Einwanderung (2,480/0 und 0,760/0) um das acht-, bezw. um das sechszehnfache. Die Juden lieferten dem amerikanischen Arbeitsmarkte seit 1899 doppelt so viel (1880/0) Schneider als alle andern amerikanischen Immigrationsvölker zusammen. Auf je 100 Handwerker entfielen in der jüdischen Einw. 56,690/0 BekL Gew. Imm., darunter 34,660/0 Schneider in der allg.-amer. Einw. 27,690/0 Bekl. Gew. Imm., darunter 12,56 0/0 Schneider Im Gesamtdurchschnitt dieser 26 Jahre war fast jeder vierte erwerbstätige Jude, der in den Vereinigten Staaten landete, Schneider. Der aus dem überfüllten osteuropäischen Bekleidungsgewerbe verdrängte jüdische Schneider hat in den Vereinigten Staaten die Konfektionsindustrie zu einem wichtigen Zweige des amerikanischen Wirtschaftslebens gestaltet und durch eine rationelle Arbeitsteilung und die bis auf die kleinsten Teilprozesse sich erstreckende Benutzung der Nähmaschine die Produktionskosten bedeutend verbilligt Der Übergang von der wenig produktiven Heimarbeit zum modernen großindustriellen Fabrikbetrieb ist dadurch in relativ kurzer Zeit ermöglicht worden. Gleichzeitig mit der Massenherstellung billiger Konfektionswaren hat der jüdische Einwanderer auch ihren Vertrieb durch Gründung zahlreicher Spezialgeschäfte in bedeutendem Maße gefördert Neben dem Bekleidungsgewerbe finden wir relativ viel jüdische Einwanderer auch in andern Gewerben. Allerdings hat sich während des letzten Jahrzehnts die Zahl der gewerblichen Kategorien der amerikanischen Immigrationsstatistik, in denen man jüdische Einwanderer mehr als nicht jüdische zählte, bedeutend vermindert So bildeten die Juden 1899—1914 in sieben „skilled"-Kategorien (1914 sogar in 11), 192ä. nur noch in einer (Hutmacher 60,730/0) die absolute Mehrheit Gleichzeitig ist auch die Zahl gewerblicher Kategorien mit relativer jüdischer Mehrheit von 19 602