Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1928)
- Article
- Jüdische Wanderungen
- Date
- 1928-02-01
- Page
- 601 (sequence 16)
- Language
- German
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Jüdische Wanderungen (1899—192 4) Eine beträchtliche Vermehrung weist auch das zahlreiche Dienstboten dement in der jüdischen Einwanderermasse auf. Meistens handelte es sich dabei um ungelernte weibliche Arbeiterinnen, die mangels jeder Fortkommensmöglichkeit in Osteuropa sich zu ihren Verwandten nach den Voreinigten Staaten begaben. Eire Zahl war bereits während der letzten Vorkriegsjahre im Steigen begriffen und erreichte 1914 9671 Seelen. Von 1915—1924 sind 3i 751 jüdische Dienstboten nach den Vereinigten Staaten emigriert Auf je 100 jüdische Erwerbstätige zählte man 1899—*9i4 10,90/0. 1915—1924= 19,360/0 Dienstboten. Die relative Vermehrung betrug folglich während dieses Zeitraumes 77,610/0. Insgesamt verzeichnete man unter den jüdischen Einwanderern 1899—1924 I23 5i3 Dienstboten 36,55o/o der auf die Gruppe diverser Berufe entfallenden Einwanderer. 12,280/0 der erwerbstätigen jüdischen Einwanderer waren Dienstboten. 2. Gewerblich Vorgebildete („skilled"). Trotz des relativen Rückganges der Handwerker-Einwanderung sind 1915 bis 1924 unter 352 234 jüdischen Einwanderern 74,449 (inkl. 11 55o Handelsangestellte) als gewerblich Vorgebildete registriert worden. Die Mehrzahl (38 85o) gehörte noch immer dem Bekleidungsgewerbe1) an. Immerhin hat auch diese stärkste professionelle Gruppe im Vergleiche zur Vorkriegszeit eine relative Einbuße erlitten. Statt 57,270/0 1899—I9i4waren 1915—i924nur 52,i8o/0 jüdischer gewerblich vorgebildeter Immigranten im Bekleidungsgewerbe tätig. In der jüdischen erwerbstätigen Einwanderung bildete diese Kategorie 1899—T91^ 39,060/0, igiö—1924 23,690/0. Der Rückgang erreichte folglich 5,090/0, bezw. 15,370/0. Eine analoge rückläufige Bewegung herrschte auch speziell in der jüdischen Schneidereinwanderung. Unter den dem Bekleidungsgewerbe angehörenden jüdischen Immigranten bildeten die Schneider vor dem Kriege 62,44%. während des letzten Jahrzehnts 50,070/0; in der allgemein-jüdischen Handwerkereinwanderung zählte man 35,760/0 (1899—1914), bezw. 26,i3o/© (1915—1924), in der jüdischen Erwerbstätigen-Einwanderung 2 4,3g, bezw. 11,860/0 Schneider. Auch hier folglich eine prozentuale Verminderung von 9,63 bis i2,53o/o. " Bei dem allem bleibt der Prozentsatz der dem Bekleidungsgewerbe angehörenden jüdischen Einwanderer im Vergleiche mit dem analogen Prozent- *) Siehe hierzu Tabelle XI am Schluß des Heftes. 39 601