Mannheim
Compact Memory

Der Morgen · 1928-02-01 · Heft 6 (Februar 1928) · p. 597

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 6 (Februar 1928)
Article
Jüdische Wanderungen
Date
1928-02-01
Page
597 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2895450-2895467-2895474-2898451--02434-2898544
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Jüdische Wanderung«!! (1899—192^) Vorgebildeter so hoch wie beim jüdischen. Trotz der ungünstigen sozialen Entwicklung des letzten Jahrzehnts bleiben selbst die gewerblich geschultesten Völker Westeuropas dem gewerblichen Charakter ihrer sozialen Struktur nach weit hinter den jüdischen Einwanderern zurück. Besonders lehrreich ist auch nach dieser Richtung hin eine Gegenüberstellung der jüdischen Einwanderung mit der osteuropäischer Völker, unter denen der Jude vor seiner Auswanderung nach den Vereinigten Staaten lebte. Im Durchschnitt gab es noch immer unter den jüdischen Immigranten annährend zehnmal mehr Handwerker als unter den andern osteuropäischen Völkern. In absoluten Zahlen registrierte die amerikanische Statistik unter den eingewanderten Juden 1915—1924=74449 gewerblich Vorgebildete und 81 4oo Angehörige diverser Berufe, 1899—1924= 648 5io gewerblich Vorgebildete und 337968 Angehörige diverser Berufe. Auf je 100 jüdische Einwanderer zählte man 1899—19x4 38,64 gewerbl. Vorgebildete und 17,27 Angeh. div. Berufe 1910—1924 21,14 „ „ „ 23,11 „ „ „ 1899—1924=35,29 „ „ „ 18,39 » » » Die in diesem Zahlenverhältnis zum Ausdruck kommende Verschiebung des beruflichen Schwergewichts des jüdischen Wanderprozesses entspricht der obengeschilderten Entwicklung des jüdischen Wirtschaftslebens in Osteuropa. Mögen die ihr zugrunde liegenden Ursachen auch nur vorübergehender Natur gewesen sein, so genügten sie jedoch, um der wirtschaftlichen Struktur der jüdisch - amerikanischen Wanderbewegung für Jahre hinaus ein neues Gepräge zu geben. 1. Angehörige diverser Berufe („miscellaneous"). Wir sahen bereits, daß der Prozentsatz Angehöriger diverser Berufe sich in der jüdischen erwerbstätigen Einwanderung im Laufe des letzten Jahrzehnts um nahezu zwei Drittel vermehrt hat Statt der drei Zehntel bestand nunmehr die Hälfte der jüdischen erwerbstätigen Immigranten aus beruflich verschiedenartigen Elementen, die in der Terminologie der amerikanischen Statistik als „miscellaneous" bezeichnet werden. Diese sozial völlig heterogene Mischgruppe umfaßt folgende Berufe: Agenten, Bankiers, Kärrner und Fuhrleute, Erdarbeiter, Landwirte, Fischer, Hotelbesitzer, unqualifizierte Arbeiter („"laborers"), Fabrikanten, Handeltreibende, Dienstboten u. a. Zur leichteren Klassifikation teilen wir die wichtigsten dieser Berufe in vier Kategorien ein: 597

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.