Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1928)
- Article
- Jüdische Wanderungen
- Date
- 1928-02-01
- Page
- 596 (sequence 11)
- Language
- German
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Michael Traub jähr der jüdischen Handwerkereinwanderung zu den Jahren 1921 und 1922, die den niedrigsten Prozentsatz jüdischer Handwerker (1922 38,380/0) bezw. den höchsten Prozentsatz Angehöriger diverser Berufe (1921 57,820/0) registierten. Die letzten 2—3 Jahre lassen allerdings eine merkliche Rückkehr zur normalen Vorkriegstendenz erkennen, weichen aber vom Gesamtdurchschnitt des letzten Jahrzehnts nur unerheblich ab. In umgekehrter Richtung bewegten sich während dieses Zeitraums die Zahlen der beiden Berufskategorien unter den nichtjüdischen Einwanderern. Während der Prozentsatz gewerblich Vorgebildeter in der allgemein-amerikanischen (erwerbstätigen) Wanderbewegung von 20,15 1899—191^ au^ 29>o3 1915—1924 gestiegen ist, ging der prozentuale Durchschnitt Angehöriger diverser Berufe von 78,35 auf 66,o3 zurück. Konnte somit unter den jüdischen Einwanderern als Auswirkung des osteuropäischen Entwurzelungsprozesses eine starke Steigerung der Gruppe diverser Berufe bei gleichzeitigem Rückgang der Handwerkergruppe verzeichnet werden, so bietet die nichtjüdische Einwanderung während des gleichen Jahrzehnts ein sozial entgegengesetztes Bild. Trotzdem stehen die Juden 1915—1924 unter den Erwerbstätigen verschiedener Völker dem Prozentsatze ihrer „skilled"-Gruppe nach an zweiter (1899—1914 an erster), dem ihrer „miscellaneous'-Gruppe nach an 22. (1899—1914 an letzter) Stelle. Einen niedrigeren Prozentsatz Angehöriger diverser Berufe weisen lediglich die Schotten und Engländer, einen höheren Prozentsatz gewerblich Vorgebildeter die Schotten auf. Ungeachtet aller sozialen Rückschläge bleibt der Wanderprozeß des jüdischen Volkes auch seiner beruflichen Gliederung nach viel ähnlicher dem westeuropäischen als dem osteuropäischen Wanderprozeß. Dieser westeuropäische Charakter der jüdischen Einwanderung tritt noch deutlicher in Erscheinung, wenn man die Zahlen der Gesamtperiode 1899 bis 1924 miteinander vergleicht Wir ersehen dann, daß auf je 100 Erwerbstätige in der jüdischen Einwanderung 64,48 gewerblich Vorgebildete und 33,6 Angehörige diverser Berufe, in der allgemein-amerikanischen 21,88 gewerblich Vorgebildete und 75,g5 Angehörige diverser Berufe entfallen. Die Handwerker-Einwanderung war somit unter den erwerbstätigen Juden prozentual dreimal stärker als unter den Nicht-Juden, die Einwanderung Nichtgewerblich-Vorgebildeter hingegen um annähernd drei Fünftel geringer. Bei keinem Volke war während dieser 26 Jahre der Prozentsatz Angehöriger diverser Berufe so niedrig, die absolute Zahl und der Prozentsatz gewerblich 596