Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1928)
- Article
- Jüdische Wanderungen
- Date
- 1928-02-01
- Page
- 598 (sequence 13)
- Language
- German
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Michael Traub i. Landwirte und Erdarbeiter; 2. Handeltreibende und Angehörige verwandter Berufe; 3. Unqualifizierte Arbeiter („laborers") und 4- Dienstboten. Die Landwirtschaft spielte im Wirtschaftsleben des osteuropäischen Judentums eine zahlenmäßig recht untergeordnete Rolle. So lebten im Vorkriegs-Rußland nach der letzten Volkszählung von 1897 nur 3,5 0/0 der jüdischen Bevölkerung von der Erdarbeit, während in der russischen Gesamtbevölkerung auf die gleiche Berufskategorie 74,60/0 entfielen. In Galizien gehörten 1910 der Land- und Forstwirtschaft in der jüdischen Bevölkerung 10,720/0, in der Gesamtbevölkerung 73,060/0 an. Infolge des stabileren Charakters der ländlichen Bevölkerung bleiben jedoch die Auswanderungs-Prozentsätze der „farmers" und „farmlaborers" jeweils hinter den obenerwähnten Bevölkerungssätzen zurück. So bildeten die Landwirte und Erdarbeiter unter den jüdischen Einwanderern 1899—1914=1,390/0, 1915 bis 1924=1,210/0, unter den erwerbstätigen jüdischen Einwanderern 1899 bis 1914=2,460/0, igiö—1924=2,60/0. Trotz der wirtschaftlichen Umwälzungen innerhalb des osteuropäischen Judentums hat der durchschnittliche Prozentsatz der „farmers" und „farmlaborers" in der jüdischen Einwanderung im Verhältnis zur Vorkriegszeit keine merkliche Verschiebung erfahren. Hingegen weisen die einzelnen Jahre sowohl während des letzten Jahrzehnts als auch während der Gesamtperiode seit 1899 sehr bedeutende Schwankungen auf. Die prozentuale Beteiligung der Landwirte und Erdarbeiter an der erwerbstätigen jüdischen Einwanderung variierte 1915—1924 von 1,160/0 (1918) bis 2,960/0 (1921); 1899—1924 von o,53o/0 (1904) bis 4,4°/o (1909). Ebenso wie während der letzten Vorkriegsjahre war auch während des letzten Jahrfünfts eine relative Steigerung der jüdischen landwirtschaftlichen Einwanderung zu verzeichnen: 1899—1905=1,020/0, 1906 bis 1914 3,260/0, 1915—1919=2,060/0, 1920—1924=2,740/0. Eine bedeutende Verminderung weist der Prozentsatz landwirtschaftlicher Elemente in der allgemein-amerikanischen Wanderbewegung auf. Zählte man noch 1899—1914 auf je 100 erwerbstätige amerikanische Einwanderer 2 6,15 Landwirte und Erdarbeiter, so bildete diese Einwanderergruppe 1915—1924 nur 12,13 0/0. Trotz der offiziellen Einreise-Erleichterungen, welche die amerikanische Imniigrations-Gesetzgebung „farmers" und „farmlaborers" gewährte, hat sich ihr Prozentsatz während des letzten Jahrzehnts mehr als um die Hälfte vennindert Der Grund dieser rapiden sozialen Verschiebung innerhalb der amerikanischen Einwanderermasse liegt in der teilweise durch die 598