Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 5 (Dezember 1927)
- Article
- Schreiben an einen katholischen Geistlichen
- Date
- 1927-12-01
- Page
- 487 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Schreiben an einen katholischen Geistlichen besorgte, unbeschadet der Rasse und des Bekenntnisses. Daß der Jude leichter erkennbar in dieser Autonomie der kapitalistischen Ausbeutung erscheint, ist jedem Sozialpolitiker verständlich. Wir wissen, daß die Juden achtzehnmal stärker am Bankerott, neunzehnmal stärker beim Wucher usw. beteiligt sind. Das hört sich schlimm an und ist von gewissenlosen Agitatoren stets ausgebeutet worden. Der gerechte Statistiker weiß naturlich, daß solche Zahlen nicht absolut, sondern relativ aufgefaßt werden müssen. Die Juden sind fast ausschließlich sozialwirtschaftlich im Kaufmannsstand und in Berufen der Geldwirtschaft untergebracht, während die Deutschen nur zu einem ganz kleinen Teil in diesen Berufsrubriken erscheinen. Will man also ein gerechtes Urteil fällen, so muß man der Zahl jüdischer Kaufleute die gleiche Zahl christlicher gegenüberstellen und dann untersuchen, wie sich die Bankerott- und Wucherfälle verteilen. Diese Untersuchung ergibt, daß Juden und Christen, zu fast gleichen Prozentteilen an diesem Vergehen beteiligt sind. So ist es auch jetzt mit den Kriegsgewinnlern. Da die Juden in den stärksten Prozentteilen an den kaufmännischen usw. Geschäften beteiligt sind, ist auch der ihnen zukommende Teil der Kriegsgewinnler scharf in die Augen springend. Stellt man aber auch hier Deutsche und Juden in gleichen Zahlen einander gegenüber, so wird der jüdische Ausbeuter dem deutschen nichts voraus haben. Tatsache ist, daß unser deutsches Volk dem Wucher und Ausbeutungsgeist hemmungslos ergeben war; alle Begriffe, nicht nur der kaufmännischen Anständigkeit und Ehrlichkeit, der einfachsten sittlichen Forderungen, waren und sind noch ausgeschaltet Der Wuchergeist, die Profitgier, die Ausbeutungssucht hat alle mit einer Intensität überfallen, die man für unmöglich hielt Wenn man deutsche christliche Kaufleute darauf anspricht, oder wenn manselbst einen Blick in die kaufmännischen Liefer- und Schiebergeschäfte tut, so wird man den Sündenfall aller feststellen müssen. Nur Unkenntnis oder bewußte lügnerische Agitationsmethode kann von einer besonderen Schuld der Juden sprechen. Angesichts der sittlichen Verwahrlosung großer und größter Kreise des deutschen Volkes ist es unzulässig, für die Juden ein Sonderkonto der Bewucherung zu eröffnen. Dem ganzen deutschen Volke tut Einkehr not Einen Sündenbock herauszustellen, ist bequem, aber unzulässig. Kein ehrlicher Politiker kann sich an einem solchen Geschäfte beteiligen." So weit Piöder.-- Ich komme nunmehr zu Ihrer Behauptung, die Ostjuden seien die eigentlichen Träger des Bolschewismus. Hier muß ich dasselbe sagen, 487