Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 5 (Dezember 1927)
- Article
- Die Parapsychologie
- Date
- 1927-12-01
- Page
- 469 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2895450-2895467-2895473-2898315--02282-2898361- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Parapsychologie Parapsychologie und nicht etwa mit dieser identisch ist; eine zumal von Gegnern des Ganzen begangene, oft wohl böswillige, Verwechslung. Zum Zweiten sei ein Wort über den Namen „Spiritismus" erlaubt Das Wort ist etwas bedenklich geworden wegen der vielen naiven und unkritischen Gemüter, die sich Spiritisten nennen. Stößt man sich daran, so sage man doch : Monadologismus, denn alles kommt in der Tat auf Leibniz' Monadenbegriff hinaus. Man hat, endlich, gegen den Monadologismus eingewendet, daß er eine Hypothese ad hoc sei, daß er keine causa vera im Sinne Newtons verwende. Denn wir kennen ja in der Tat Geistiges nur in leiblicher Bindung. Aber Osty's Conscience universelle ist auch keine causa vera. Warum soll die Wissenschaft nicht gelegentlich gezwungen sein können, auf Grund des Tatsachenmaterials ganz neue Enlia, ganz neue „Urphänomene" aufzustellen? Wird doch schon die normale Biologie, der Physik und Chemie gegenüber, zu Aufstellungen solcher neuen Entia zwangsweise gebracht 10. Nach diesen Vorbereitungen wollen wir die sachliche Berechtigung der monadologisch-spiritistischen Hypothese erörtern; daß sie logisch in sich widerspruchsfrei, also „möglich" ist, bedarf keiner weiteren Erwähnung. Bemerkenswert ist nun jedenfalls die Tatsache, daß diese Hypothese mit jedem Jahr mehr Anhänger, und zwar Anhänger unter den streng wissenschaftlich denkenden Parapsychologen gewinnt, was sowohl in den Zeitschriften sich zeigt als auch auf dem parapsychologischen „Symposium", das zu Ende des Jahres 1926 die Clark Universily in Worcester, Mass., abhielt, deutlich zum Ausdruck kam. Gewiß kann die spiritistische Hypothese heute nicht als „bewiesen" gelten, aber es gibt gewisse Besonderheiten inmitten der parapsychischen Versuchsergebnisse, die ihr das Wort reden, und welche, wie schon James zugab, auf dem Boden der spiritistischen Hypothese weniger gekünstelt erklärt werden können als auf dem animistischen in Verbindung mit der Lehre vom Weltbewußtsein. Gewisse Tatsachen zweiten Grades, wenn wir so sagen dürfen, müssen wir also heranziehen, nicht nur das Gröbste und Allgemeinste, nicht also nur etwa die Tatsache, daß überhaupt paranormale Äußerungen sich in Schrift oder Sprache der Medien zeigen. Unter diesen „Tatsachen zweiten Grades" gibt es nun das folgende: Erstens die sogenannten Kreuzkorrespondenzen (cross correspondences): Verschiedene Medien an verschiedenen Orten streuen 469