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Der Morgen · 1927-12-01 · Heft 5 (Dezember 1927) · p. 470

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 5 (Dezember 1927)
Article
Die Parapsychologie
Date
1927-12-01
Page
470 (sequence 12)
Language
German
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Hans Driesch in ihre Mitteilungen Bruchstücke von englischen oder fremdsprachlichen Gedichten ein, die nur zusammengesetzt einen Sinn ergeben. Daß die Medien selbst behaupten, von einem und demselben Verstorbenen inspiriert zu sein, beweist dabei nicht viel. Es kann, ferner, das ganze Phänomen durch Gedankenlesen zwischen den Medien verstanden werden; aber ungezwungener wird es wohl spiritistisch verstanden. Zweitens die book-tests, d. h. die Stellenangaben in Büchern. Der durch ein Medium sich angeblich äußernde Geist gibt eine bestimmte Seite in einem bestimmten Buche einer (dem Medium unbekannten) Bibliothek an, auf der sich ein für eine bestimmte Angelegenheit bedeutsamer Passus finden werde. Und er findet sich da. Warum weiß das gedankenlesende und vielleicht gar hellsichtige Medium gerade dieses, gerade nur dieses?! Wenn ein an seine alten irdischen Erfahrungen gebundener Geist da wäre, würden wir das eher begreifen. Das bringt uns nun zum Letzten und Wichtigsten: Die Äußerungen der Trance-Medien, z. B. Frau Piper und Frau Leonhard, sind in ihrer Gesamtheit nach Form und nach Inhalt so gebaut, als ob sie von einem bestimmten Verstorbenen herrührten. Sie bringen lauter Dinge, von denen der eine Anwesende dieses, der andere jenes weiß oder doch gewußt hat, obschon keiner von ihnen alles weiß oder gewußt hat Man kann also sagen, das Medium hole gedankenlesend aus diesem dieses heraus, aus jenem jenes; sein Gedankenlesen sei auswählend, selektiv und zugleich personifizierend. Gewiß, man kann das; aber einheitlicher ist wiederum die spiritistische Hypothese. Und woher kommt die ganz bestimmte Beschränkung des medialen Wissens? Warum weiß das Medium, gedankenlesend und wohl gar hellsehend, wie es ja doch ist, gerade nur das, was sich auf das frühere Wissen eines Verstorbenen bezieht Wenn der Verstorbene wirklich da wäre als dieselbe spezifische Person, die er im Leben war, und, obwohl in uns ganz unzugänglicher Umwelt „lebend", doch immerhin gebunden an seine früheren Erfahrungen, so würden wir das ziemlich ungezwungen verstehen. Die selektive, personifizierende und spezifisch begrenzte Fähigkeit des Mediums ist es also, die in der Tat den Spiritismus zum minr desten wissenschaftlich diskutabel macht Mehr sage ich nicht, verweise aber auf die sehr gründlichen und ernst zu nehmenden Darlegungen von Bozzano und Mattiesen. 470

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