Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 5 (Dezember 1927)
- Article
- Die Parapsychologie
- Date
- 1927-12-01
- Page
- 468 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Hans Driesch tonen und. Elektronen und weiter nichts. „Abschluß" stellt der psychometrische Gegenstand her. Mit wem? Mit einer Seele. Aber wie, wenn die Seele — nicht mehr „lebt"? Jetzt gabeln sich die Erklärungsversuche, die auf alle Fälle über das Physische hinauszugehen gezwungcu sind. Osty und vor ihm schon James haben, zumal angesichts der höchsten Fälle von Metagnomie, ein allgemeines überpersonales und überzeitliches Wellbewußtsein angenommen, welches zwischen Geber und Empfänger derart vermittle, daß der Empfänger, der Metagnom, gleichsam in ihm, also nicht in einer Person als Person, „liest". Dieses Weltbewußlsein umfasse als Gedanken in sich die Essenzen, die Lebensschicksale aller Menschen. Also wohl ein „Gedankenlesen", aber nicht von Person in Person, sondern von Person in der Überperson. Das psychometrische Objekt soll zum Anschluß an diese Überperson — „Telephonanschluß im Absoluten" nannte es E. v. Hartmann — beitragen. Das „Wie" entzieht sich natürlich völlig unserer Kenntnis. Das ist die animistische, im Gegensatz zur spiritistischen Theorie. Rein „animistisch", d. h. nur mit persönlichen lebenden Seelen, arbeiten tut freilich auch sie nicht. Der Vermittler zwischen lebender Seele und lebender Seele ist ihr ja eben das Weltbewußtsein; und wenn nur die empfangende Seele, das Medium, lebend ist, kommen nach dieser Theorie überhaupt nur sie und das Weltbewußtsein, aber nichts drittes in Frage. Eine reine Geisterhypothese, oder wenn man es lieber hört, Geisteshypothese ist auch schon die animistische Theorie; nur in gewissen sehr einfachen Fällen, nämlich da, wo das momentane Wissen eines Mediums um das Wissen eines Lebenden auf paranormalem Wege in Rede steht, ist sie animistisch im ursprünglichen Sinne des Wortes. Aber in dieser Form genügt sie sicherlich für viele Fälle nicht 9. Die Geisteshypothese wird zum echten Spiritismus, also zur Geisterhypothese im engeren Sinne, wenn man Verstorbene als noch existierende Personen bei den paranormalen Vorgängen eine Rolle spielen läßt Dann kommt wieder echtes Gedankenlesen heraus, freilich zwischen einem Lebenden und einem Toten, aber doch zwischen Personen; wobei freilich, wie sich zeigen wird, der Gedanke des Überpersönlichen — vielleicht als Behältnis aller Personen — nicht ausgeschaltet werden darf, wegen der Prophetie. Wir fügen hier einige Zwischenbemerkungen ein. Zunächst einmal die, daß also der Spiritismus eine besondere Hypothese im Rahmen der 468