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Der Morgen · 1927-12-01 · Heft 5 (Dezember 1927) · p. 463

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 5 (Dezember 1927)
Article
Die Parapsychologie
Date
1927-12-01
Page
463 (sequence 5)
Language
German
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Die Parapsychologie Das mit dem unglücklichen Namen „Psychometrie" — (denn „gemessen" wird hier gar nichts!) — belegte Phänomen besteht darin, daß ein Medium, sei es schlichter Gedankenleser oder Metagnom, seine paranormale Tätigkeit nur dann auszuüben imstande ist, wenn es mit einem Gegenstande, der dem Geber gehörte oder gehört, in Kontakt ist Dieser Gegenstand kann der Körper des Gebers selbst sein. Herr Forthuny und das von Pagenstecher in Mexiko untersuchte Medium sind typische Beispiele für das Gesagte. Die im engeren Sinne physischen Paraphänomene teilt man ein in Telekinesen, Levitationen, Materialisationen, Phantome, Apporte. Bei Telekinesen werden materielle Objekte ohne Berührung des Mediums bewegt; ich sah sehr gute einwandfreie Fälle bei Baron Schrenck, der ja auch so viele andere überzeugt hat Von Levitation redet man, wenn es sich um Erhebung von Gegenständen, der Schwerkraftswirkung entgegen, handelt Elektrische Phänomene mögen wir hinzuzählen. Bei der Materialisation bilden sich, im Anschluß an den Leib des Mediums und jedenfalls ursprünglich von ihm ausgehend, organartige Gebilde, z. B. von Händen, ja auch Gesichter. Auch daran ist nach Schrencks und anderen Untersuchungen nicht zu zweifeln. Abwartend verhalte ich mich den echten, fern von einem Medium auftretenden Phantomen und den sogenannten Apporten gegenüber, d. h. dem plötzlichen Ortswechsel eines Gegenstandes ohne Passieren der zwischen dem alten und dem neuen Orte gelegenen Raumstrecke. Natürlich leugne ich nicht die Möglichkeit der Existenz beider Tatsachengruppen, aber ich brauche zu persönlichem Überzeugtsein ein wenig mehr als mir heute, bloß aus der Literatur, zu Gebote steht Bei allen physischen Phänomenen ist es ja viel schwerer als bei den psychischen den Betrug auszuschließen. Dieser ist relativ selten ein bewußter und wird in diesem Falle meist rasch durchschaut Aber das Medium im Trance versucht unterbewußt gelegentlich nachzuhelfen, wenn aus irgend einem Grunde seine Fähigkeit in ihrer Äußerung gehemmt ist Viele Medien wissen und sagen das selbst, ja bitten geradezu an gewissen Tagen, an denen sie sich ermattet fühlen, um recht scharfe Kontrolle. Selbsttätige Registrierapparate, wie Schrenck sie neuerdings anwendet, werden hier endgültige Sicherheit schaffen. Ein großer Übelstand bei physischen Paraphänomenen ist es oft — freilich nicht stets! — daß sie nur in mattem Rotlicht oder gar nur im Dunklen 463

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