Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 5 (Dezember 1927)
- Article
- Die Parapsychologie
- Date
- 1927-12-01
- Page
- 462 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Hans Driesch die Äußerung der parapsychischen Potenzen grundsätzlich gleichgültig ist, mag auch das eine Medium stets nur wachend, das andere stets nur im Trance tatig sein. Ein anderes gesichertes Ergebnis ist dieses, daß, beim Gedankenlesen, das Medium sowohl im eigentlich bewußten Wissensinhalt des Gebers, wie auch in dessen Unterbewußtem zu „lesen" vermag, also in dem, an was der Geber gerade augenblicklich nicht „denkt", ja auch in dem, was» er völlig „vergessen" hat Den höchsten Grad des Gedankenlesens nennen die französischen Forscher Metagnomie. Hier wird der gesamte Lebenslauf, das gesamte Schicksal des Gebers durch den Empfänger paranormal erfaßt, einschließlich aller Zufälligkeiten und einschließlich des Zukünftigen. Hier ist das Wort „Gedankenlesen" ganz offenbar nicht mehr am Platze, jedenfalls wird hier nicht in den Gedanken, bewußten oder unterbewußten, der gebenden Person als einer empirischen Person gelesen. Doch davon reden wir hier noch nicht Die Metagnomie schließt die Prophetie ein. — 4- Der Leser wird nun die Frage aufwerfen, ob denn das Geschilderte wirklich alles als Tatsache bestehe. Darauf aber kann ich mit einem uneingeschränkten „Ja" antworten. Nicht nur habe ich bei Frau Leonhard (London) und bei Herrn Forthuny (Paris) eigene starke Erfahrungen über Gedankenlesen und Metagnomie erworben. Ich darf auch von mir sagen, daß ich die einschlägige Literatur wirklich ziemlich vollständig kenne; und da kann, wer auch nur die Phanlasms of the living der englischen Society for Psychical Research1), die Werke Ostys, die großen protokollierenden Berichte der Proceedings der S. P. R. und der Revue metapsychique, sowie die Werke von Tischner, Wassielewski u. a kennt, nicht mehr zweifeln, daß es, was hier behauptet wurde, alles „gibt". Auch sind ja heute in der Tat nur noch wenige da, welche, meist dogmatisch gebunden, an diesen Dingen zweifeln. Solche aber, welche die Literatur über den Gegenstand, in mechanistisch - dogmatischer Enge, nicht kennen wollen, um nicht umlernen zu müssen, gehen die undogmatische Wissenschaft nichts an. — 5. Die parapsychophysischen Tatsachen der Parapsychologie zerfallen in zwei Gruppen, in die sogenannte Psychometrie und in die eigentlichen physischen Paraphänomene. i) Abgekürzt S.P.R. 462