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Der Morgen · 1927-10-01 · Heft 4 (Oktober 1927) · p. 414

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 4 (Oktober 1927)
Article
Begräbnis und Hochzeit
Date
1927-10-01
Page
414 (sequence 4)
Language
German
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B. Jacob tut: -wie, handelt es sich zwischen uns um Geld? Nimm es umsonst, mein Lieber, als Geschenk von mir! tu dir durchaus keinen Zwang an! Aus demselben Hebron erzählt uns ein moderner Reisender: Auf unseren Ausflügen hatten wir einen schönen Schimmelhengst bemerkt, der dem Quarantäne-Inspektor gehörte. Mein Reisegefährte hatte Miene gemacht, das Tier zu kaufen. Nun erschien auch der Schimmel vor unseren Zelten. Wir fragten nach dem Preise, doch man denke sich unser Erstaunen, als der schmutzige Türke uns das Tier zum Geschenk anbot Mein Reisegefährte erklärte, daß er gar nicht daran denke, es geschenkt zu nehmen, und der Türke erwiderte dann: was sind denn fünf Beutel (etwa 5oo Mk.) für dich?! Gleiches erlebt man noch alle Tage in Ägypten. Nur bleibt es nie bei dem zuerst genannten Preise, und das Handein und Feilschen dauert oft Tage lang. Man hat für diesen Grabkauf und die Ausführlichkeit, mit der er erzählt wird, allerlei Gründe gesucht, die ebenso fern liegen wie sie schwach sind, z. B. daß damit ein Rechtsgrund für die Ansprüche Israels an das Land geschaffen werde. Der Grund ist einfach der von Abraham selbst angegebene: er will für seine Familie, zunächst für Sara, ein eigenes Grab zu festem Besitz. Die Erwerbung geschieht seinem Weibe zu Ehren und ist ein Beweis für seine Liebe über den Tod hinaus. Darum wird ihr ebenso ein eigenes Kapitel gewidmet, wie der Werbung um die Braut für den Sohn. Darum will er es nicht geschenkt haben, der Kaufpreis wird ausdrücklich angegeben. Ebenso später bei dem Grabe Josefs und der Stätte für den Altar, weil, wie David sagt, man nicht mit Geschenktem opfert Das Grab aber ist so heilig wie der Altar. Die Erzväter, die sämtlich dort gleichfalls beigesetzt werden, sollen so wenig in hettitischen Gräbern liegen wie sie hettitische Frauen nehmen sollen. Das heidnische Grab war auch eine Stätte heidnischen Dienstes. Sodann weiß Abraham, daß seine Nachkommen dies Land besitzen werden, es soll das Land sein, wo ihre Ureltern begraben liegen. So begründet er mit der Erwerbung nicht einen Rechtsanspruch vor der Welt, sondern den Zug der Herzen nach der teuersten und bleibendsten Heimat. Das Land der Väter ist das Land, wo sie begraben sind und das sie nie mehr verlassen. Es ist bereits erwähnt worden, daß in einer ägyptischen Liste von Ortschaften in Palästina aus dem 10. Jahrhundert auch ein Feld Abrams vorkommt Das wäre ein Beweis für den geschichtlichen Kern unseres Kapitels, und seine vorliegende Ausarbeitung kann uns zeigen, wie die biblische Erzählung solchen Stoff zu gestalten weiß. 414

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