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Der Morgen · 1927-10-01 · Heft 4 (Oktober 1927) · p. 375

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 4 (Oktober 1927)
Article
Aufbau und Umbau
Date
1927-10-01
Page
375 (sequence 21)
Language
German
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Aufbau und Umbau „Joint", „Jka" und andere Organisationen und nach Überwindung verschiedener Schwierigkeiten formeller Natur in Rußland selbst gelang schließlich die Rettung der Kolonien vor dem Untergang. Eine Arbeit von historischer Bedeutung für die jüdische Landwirtschaft in Rußland wurde geleistet Die hungernde Bevölkerung wurde mit Lebensmitteln, Sämereien und Inventar versorgt. Dadurch, daß der „ORT" im Herbst 1922 den Kolonisten verhalf die Anbaufläche zu erweitern, wurden die Kolonien gerettet, denn nun erst hatten sie die Möglichkeit, den Ertrag der guten Ernte von 1923 voll auszunutzen. Die Nachricht von der Hilfe rief die Kolonisten, welche bereits geflüchtet waren, in die verlassenen Kolonien zurück. Im Herbst 1923 zählte man in den südukrainischen jüdischen Kolonien bereits 87% der Vorkriegsevölkerung. Von 82 000 Deßjatine der Vorkriegszeit stieg ihr Landbesitz auf 92 237 Deßjatinen. Die beiden landwirtschaftlichen Zentren befinden sich gegenwärtig in einem Zustand blühenden Wachstums. Der Umfang der jüdischen Siedlungen nahm auch in den anderen Rayons zu. Die kommunistische Wirtschaftspolitik trug ihrerseits dazu bei, überall den Drang der deklassierten, verarmten jüdischen Masse zur Landwirtschaft zu verstärken. In der Nord- und der Mittelukraine, im Bezirk Odessa und in Weißrußland erhielten sieben Tausend jüdische Familien (auf Grund der allgemeinen Bestimmungen über Landzuweisung) etwa 5o 000 Deßjatinen im nächsten Umkreis ihrer Wohnorte zugeteilt. Aber es dauerte nicht lange, und der Drang der Juden nach Ackerbau und Landwirtschaft konnte in diesen Gegenden nicht mehr realisiert werden, da gerade hier in diesem dichtbevölkerten Rayon ohnehin Bodenknappheit herrscht. VI. Die jüdische Bevölkerung sah sich nun vor die Notwendigkeit gestellt, einen Ausweg zu suchen. Und sie fand ihn aus eigenem Antrieb und auf eigene Initiative hin. In den Steppen der südlichen Ukraine, in der Krim und an der Wolga liegen noch große Bodenflächen brach. Vor dem Kriege wurde dort der Acker meist mittels Saison-Landarbeiter bestellt Während der Agrarrevolution eignete sich die dünne Schicht der Bauernschaft in jenen Gegenden einen kleinen Teil des freiliegenden Bodens an, den größten Teil behielt jedoch die Regierung. Nach dem heute in Rußland geltenden Recht kann 375

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