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Der Morgen · 1927-10-01 · Heft 4 (Oktober 1927) · p. 368

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 4 (Oktober 1927)
Article
Aufbau und Umbau
Date
1927-10-01
Page
368 (sequence 14)
Language
German
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A. Singalowskv Der „ORT" nahm hier unmittelbar nach der Agrarreform seine landwirtschaftliche, kulturelle und ökonomische Wirksamkeit auf. Später ist auch die „Ika" hinzugetreten, die die Ackerbauern durch Gewährung von Krediten unterstützt Neben der agronomischen Tätigkeit unterhält der „ORT" in Rumänien eine Anzahl von Fachschulen und unterstützt die jüdischen Handwerker durch Belieferung mit Arbeitsgeräten und Maschinen auf Kredit In Polen konzentriert sich der Schwerpunkt der Aufbauarbeit auf die Förderung des Handwerks. Was die jüdische Landwirtschaft betrifft, so ist sie auch in diesem Lande zu bedeutender Entfaltung gelangt, namentlich in den Ostgebieten — in Wolhynien, in den Rayons Wilna, Grodna und Pinsk. Bedauerlicherweise existieren keine ausführlichen statistischen Angaben über die jüdische Landwirtschaft in Polen. Sehr mangelhaft ist besonders das Material über Gajuzien, wo sich zahlreiche jüdische Landwirte befinden und wo es auch einen mittleren jüdischen Landbesitz gibt Eine vom „ORT" im Jahre 1920 an £o Punkten des Bezirkes Wilna durchgeführte Enquete hat gezeigt, daß 3o«/o der jüdischen Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt sind, was eine zweieinhalbfache Vermehrung gegenüber der Vorkriegszeit bedeutet Die Feststellungen, die der „ORT" in 43 Orten des Bezirkes Grodna machte, haben ergeben, daß auf 55 000 Juden 17000 Ackerbauer kamen, was eine etwa sechsfache Zunahme im Vergleich mit der Vorkriegszeit bedeutet In den Jahren 1921 und 1922 standen „ORT" und „Joint" mit 53 landwirtschaftlichen Siedlungen in den polnischen Gebieten Weißrußlands in Verbindung. Der jüdische, der Kleinstadt angeschlossene Landbesitz hat sich nach dem Kriege verdoppelt Im Bezirk Wilna bediente „ORT" zu jener Zeit 13oo Familien, die eine Landfläche von 11 5oo DeßjatinenJ) besaßenl Bei der Verwirklichung der Agrarreform ließ die Regierung die jüdischen Interessen außer Acht Trotzdem können wir auch in Polen ein Wachstum der jüdischen Landwirtschaft als Ergebnis der heutigen wirtschaftlichen Strömungen beobachten. Außer Feldwirtschaft können wir dort auch Gemüsebau in bedeutendem Umfange feststellen. So sehen wir beispielsweise, daß die jüdischen Gärtner in Antopol, Brest und Pinsk die Großstädte Warschau, Posen, Danzig usw. mit den Erzeugnissen ihrer Gärten, wie Gurken und anderem Gemüse beliefern. Die jüdischen Landwirte in Polen bekunden eine Vorliebe für J) 1 Deßjatine 1,0925 Hektar. 36S

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