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Der Morgen · 1927-10-01 · Heft 4 (Oktober 1927) · p. 366

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 4 (Oktober 1927)
Article
Aufbau und Umbau
Date
1927-10-01
Page
366 (sequence 12)
Language
German
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A. Singalowsky Arbeit in Werkstatt und auf dem Felde förmlich mit Peitschenhieben getrieben wurde. Diesem Drängen der jüdischen Massen Rechnung zu tragen, ihren Übergang zu neueren, gesünderen Lebensformen zu erleichtern, — darin besteht das Wesen unseres Wiederaufbauproblems. IV. Drei zentrale jüdische Organisationen, die in Struktur und Ideologie verschieden sind und in den praktischen Arbeitsmethoden des öfteren von einander abweichen, entwickeln gegenwärtig eine intensive und erfolgreiche Aufbauarbeit unter den Juden im östlichen Europa. Die jüngste und nach den von ihr aufgebrachten und verwendeten Mitteln großzügigste ist das amerikanische „Joint Distribution Committee"; dann folgt die „IKA", die mit den Zinsen des Baron-Hirsch-Fonds operiert und bereits in den Vorkriegsjahren eine systematische Tätigkeit in den alten Kolonien im südlichen Rußland entfaltete. Die dritte Organisation ist der seit 1880 bestehende „ORT", der schon im Kriege seine Tätigkeit bedeutend erweitert "hat und jetzt einen Verband von 68 Zweigorganisationen auf demokratischer Grundlage in Europa und Amerika umfaßt Während der Zeit der Wirren und Katastrophen, die mit dem Weltkriege begannen, in einer Zeit, als die Arbeit der jüdischen Organisationen sich vornehmlich auf Geldsammlungen zu rascher Hilfe für die notleidende Bevölkerung und die Flüchtlinge beschränken mußte, begann der „ORT" auf Grund der Erkenntnis von der Gesetzmäßigkeit in den Wirtschaftsnöten der jüdischen Massen zu planmäßiger Arbeit überzugehen. Man sorgte zwar auch für Arme und Hilflose, das Prinzip jedoch war schon damals: nicht nur Beistand. den momentan in Not Geratenen, sondern Organisation der Kräfte der Hilfsbedürftigen zu nützlicher produktiver Arbeit Bereits damals vertrat der „Ort" den Grundsatz, es gehe bei der Hilfeleistung für das ruinierte Ostjudentum nicht bloß um Geld Unterstützungen, sondern vor allem um die Frage einer richtig verstandenen Wirtschaftspolitik, einer Politik, die den gegenwärtig in den einzelnen Ländern herrschenden Verhältnissen Rechnung trägt, ohne dabei den Ausblick in die Zukunft zu verlieren. Die Arbeit des „Ort"-Verbandes erstreckt sich auf drei Gebiete: i. Auf den Wiederaufbau des jüdischen Handwerks durch Belieferung der Handwerker mit Arbeitsgeräten und Rohstoffen auf der Basis von Krediten; 366

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