Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 3 (August 1927)
- Article
- Die Teilnahme der deutschen Juden am Geldmarkt
- Date
- 1927-08-01
- Page
- 327 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Die Teilnahme der deutschen Juden am Geldmarkt 3. April 1925 ist wieder der Privatdiskontmarkt in Berlin eröffnet worden. Nur zögernd gaben die Banken ihre Unterschrift her. Eine Erscheinung, die auch heute noch nicht völlig überwunden ist Das Reportgeschäft, das nach der Stabilisierung stark zusammengeschrumpft war, hat im Zusammenhang mit der Börsenhausse im Jahre 1926 einen ungewöhnlich starken Aufschwung genommen. Der Tagegeld- und Termingeldmarkt ist seit der Stabilisierung der Währung gleichfalls stark entwickelt Er unterscheidet sich seiner Ausdehnung nach vielleicht am wenigsten von der Vorkriegszeit, wozu ihm die sich seit 1925 am deutschen Geldmarkt herausbildende Überfülle wesentlich verholfen hat Nach diesen notwendigen Vorbemerkungen wollen wir uns dem eigentlichen Thema zuwenden und sine ira et studio untersuchen, wie es mit dem jüdischen Einfluß auf dem deutschen Geldmarkt bestellt ist Man muß dabei unterscheiden zwischen dem Einfluß in materieller und in personeller Hinsicht, d. h. inwieweit der jüdische Einfluß bei den einzelnen maßgebenden am Geldmarkt arbeitenden Instituten vorhanden ist, und wie weit er in dem am Geldmarkt tätigen Personenkreis vorhanden ist Betrachten wir zunächst die maßgebenden Institute. Es läge nahe, entsprechend der Einteilung des am Geldmarkt arbeitenden Kapitals nun zu untersuchen, welche Banken vorwiegend mit Auslandsgeld arbeiten, und wie groß bei ihnen der jüdische Einfluß ist, und welche Banken vorwiegend mit öffentlichen Geldern arbeiten, und drittens welche Banken vorwiegend mit deutschem Kapital arbeiten. Leider ist diese schematische Dreiteilung praktisch undurchführbar, weil sämtliche Banken sowohl mit Auslandsals mit Inlandsgeld arbeiten. Die öffentlichen Geldern werden in der Hauptsache von öffentlichen oder halböffentlichen Instituten verwaltet, doch werden die großen privaten Institute gleichfalls mit öffentlichen Mitteln alimentiert Trotzdem erscheint es uns zweckmäßig, die öffentlichen und halböffentlichen Institute gesondert von den privaten Instituten zu betrachten. Die maßgebendsten Institute unter diesen sind die Preußische Staatsbank (Seehandlung) und die Reichskredit-Gesellschaft Die Preußische Seehandlung hat vor allem die Verwaltung der Preußischen Gelder unter sich und spielt auf dem Geldmarkt noch immer eine sehr große Rolle, wenn sie auch nicht mehr den Einfluß besitzt, den sie vor dem Kriege hatte, als sie die Gelder der Preußisch-Hessischen Staatseisenbahn verwaltete und eine ausschlaggebende Stellung am Privatdiskontmarkt inne hatte. Bei 327