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Der Morgen · 1927-08-01 · Heft 3 (August 1927) · p. 329

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 3 (August 1927)
Article
Die Teilnahme der deutschen Juden am Geldmarkt
Date
1927-08-01
Page
329 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Die Teilnahme der deutschen Juden am Geldmarkt Von den privaten Banken spielen eine ausschlaggebende Rolle am Geldmarkt die vier sogenannten D-Banken, Deutsche Bank, Dresdner Bank, Darmstädter & Nationalbank und Disconto-Gesellschaft Mindestens ebenso groß ist der Einfluß des Bankhauses Mendelssohn & Co., dessen Schwerpunkt sich ja von jeher auf den Geldmarkt konzentrierte. Es folgen dann die anderen Stempelvereinsbanken: Commerzbank, Bleichröder, Berliner Handelsgesellschaft, Delbrück-Schickler usw. Wie weit man bei diesen Instituten überhaupt einen jüdischen Einfluß nachweisen kann, erscheint zweifelhaft Soweit sie Aktienbanken sind, werden sie beherrscht von den Aktionären. Hauptaktionäre sind Industrie und Handel. Allerdings gibt es hier kaum diese scharf umrissenen Majoritätsverhältnisse, wie bei den Industriegesellschaften, vielmehr ist die Beteiligung des Publikums gerade bei den Banken außerordentlich hoch. Geht man nach der Zugehörigkeit der Direktoren der einzelnen Banken und zieht daraus Schlüsse auf die „Verjudung" der betreffenden Bank, so wird man mit Staunen feststellen, daß der Grad der Verjudung außerordentlich gering ist Bei der Deutschen Bank sind von acht Direktoren drei jüdischer Abstammung, bei der Disconto- Gesellschaft von den neun Geschäftsinhabern drei, bei der Dresdner Bank von fünf drei, und bei der Berliner Handelsgesellschaft von fünf Geschäftsinhabern drei, bei der Commerzbank von acht Direktoren zwei, bei Delbrück-Schickler von acht Inhabern einer, bei Bleichröder von sechs Inhabern keiner, bei der Mitteldeutschen Kreditbank von zwei Direktoren einer, bei Mendelssohn von sieben Inhabern drei, bei der Reichskredit-Gesellschaft von sieben Direktoren fünf, bei der Verkehrskreditbank von drei Direktoren einer, bei der Reichsbank und der Seehandlung sowie der Rentenbank-Kreditanstalt, der Girozentrale und der Preußenkasse keiner. Von einem Überwiegen des jüdischen Einflusses bei den am Geldmarkt maßgebenden Banken kann also wohl nicht gesprochen werden. Bleibt also noch zu untersuchen, ob nicht die Leiter der Geldmarktabteilung dieser Institute überwiegend jüdischer Abstammung sind. Man könnte versucht sein, dies zu glauben, weil die Tätigkeit dieser sogenannten Gelddisponenten Eigenschaften erfordert, die man im allgemeinen als besonders vorherrschend bei der jüdischen Rasse annimmt: Schnelles Disponieren, sicheres Diagnostizieren und gutes Rechnen. Die tatsächlichen Verhältnisse geben aber ein ganz anderes Bild. Der jüdische Einfluß, wenn man so sagen soll, ist äußerst gering. 329

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