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Der Morgen · 1927-08-01 · Heft 3 (August 1927) · p. 273

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 3 (August 1927)
Article
Subjektive Volkstheorie [Rezension]
Date
1927-08-01
Page
273 (sequence 4)
Language
German
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Die subjektive Volkstheorie und Wirtschaft mitgestaltet haben, stammen über die Hälfte aus dem preußischen Osten. Laubert bat deshalb mit Recht bei seinen Aufstellungen die Juden zu den Deutschen gerechnet In die Zahlen, die er für Posen und Westpreußen angibt, sind die Juden mit einbegriffen, ob er sie auch nicht ausdrücklich nennt1) Die subjektive Volkstheorie tritt besonders scharf hervor in dem sechsten Abschnitt des Buches: „Der Volkswille". Ich setze die Stelle hierher: „Artikel 27, § 3 des Deutsch-Polnischen Staatsvertrags über Oberschlesien vom i5. Mai 1922 setzt fest, daß als Pole im Sinne dieses Artikels diejenigen deutschen Reichsangehörigen, anzusehen seien, die durch ihr Verhalten bis zum i. August 1921 bekundet hatten, daß sie sich dem polnischen Volkstum zurechneten____ Damit ist die nach dem gesunden Menschenverstand selbstverständliche und in praxi stets zugrunde gelegte Tatsache von seilen Polens anerkannt, daß für die Festlegung der Nationalität nicht die sprachliche Zugehörigkeit, sondern nur der freie Wille, die politische Gesinnung des Einzelnen maßgebend sein darf." .... Laubert weist im siebenten Abschnitt eine Reihe von bedenklichen Manipulationen nach, deren sich polnische Schriftsteller bei der Behandlung der Sprachenfrage schuldig gemacht haben. In dem Sammelwerk „Polen" and in dem Buch von Frejlich (La structure nationale de la Pologne) werden alle Zweisprachigen einfach zu den Polen gezählt Dagegen schreibt Laubert: „Selbstverständlich müssen diese Elemente gleichseitig aufgerechnet werden, denn es ist anzunehmen, daß es sich hier vielfach um die fast ausnahmslos deutschgesinnte, ihres Gewerbes wegen zur Doppelsprachigkeit und äußerlich neutralen Haltung gezwungenen Juden handelt" Ein anderer Pole, Liber, („Das Deutschtum in Westpolen") streicht auf deutscher Seite die gesamte jüdische x) Die Reichszentrale für Heimatsdienst schreibt in ihrer der Provinz Posen gewidmeten Grenzlandreihe Nr. 11 (Mai 1927): „Von 1871—1895 nahmen die Katholiken in den Städten des Regierungsbezirks Posen um 28,6% zu, die Protestanten nur um 2,80/0, während sich die Juden um 4x,40/0 verminderten! Diese starke jüdische Abwanderung, die die ganzen letzten 5o Jahre der preußischen Zeit anhielt, war für das Deutschtum ein großer Verlust; denn die jüdische Bevölkerung Posens hat stets zum Deutschtum gehalten und war im Gegensatz zum sogenannten Ostjudentum nicht nur im äußeren Zuschnitt des Lebens, sondern vor allem im fmzen Denken und Fühlen völlig deutsch. Dabei hat sich der polnische Haß bei dem in olen stets lebendigen Antisemitismus schon vor dem Kriege und naturgemäß auch nachher immer besonders gegen das Judentum gewandt." Das Judentum hat denn auch die Trennung Posens von Preußen durch das Versailler Diktat genau so bedauert und verurteilt wie die deutsche Bevölkerung." 18 273

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