Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1927)
- Article
- Die Beteiligung der Juden an deutschen Montanunternehmungen
- Date
- 1927-06-01
- Page
- 213 (sequence 13)
- Language
- German
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Die Beteiligung der Juden an deutschen Montanunternehmungen haben. Vorläufig bieten die chemischen Großkonzerne Deutschlands und der anderen Länder dem jüdischen Kapitalisten als solchem jedenfalls keine Möglichkeit der Betätigung mehr. Der jüdische Qiemiker wird neben dem christlichen, d. h. besser nach und hinter, in den Großbetrieben arbeiten und sachlich die gleichen Chancen haben. Wie weit sich sein Unternehmungsgeist auf dem Gebiete von Spezialitäten und in kleineren Industriebetrieben finanziell auswirken wird, ist vorläufig nicht abzusehen. Diese, personell in der geschilderten Weise gebaute I. G. Farbenindustrie hat auf Grund ihrer mitteldeutschen Braunkohlenbeteiligungen und ihrer dort errichteten ölgewinnungsanlagen heute wohl die größte Chance, unter den deutschen Ölproduzenten führend zu werden. Wieweit sie damit die Interessen der reinen Kohle (Akt-Ges. für Kohleverwertung) und des Großbankenöls (Deutsche Erdöl Akt-Ges.) auf dem Gebiete der Synthese kreuzt, ist bis heute noch ungeklärt Aber es gibt, außer den großen internationalen Erdöltrusts, noch einige Konkurrenten vom natürlichen Erdöl her. So ist den Großbanken-Konzernen DPAG und Deag bereits seit einiger Zeit in der jüdischen Handelsfirma Naphthaindustrie- und Tank-Anlagen- Akt-Ges. (Nitag) eine Konkurrenz erwachsen, die über kaukasische Erdölbeteiligungen verfügt Außerdem ist die Sowjetregierung als selbständiger Lieferant (nach Lösung eines Verkaufsvertrages mit Olex) auf den Markt gekommen. Mit den großen Öltrusts parallel arbeitet hingegen die Rhenania-Ossag-Mineral-Akt-Ges. - Balaafsehe Petroleum - Gesellschaft, an der die Familie Stern von der fusionierten Stern-Sonneborn-Akt-Ges. stark beteiligt ist Zum Kreise der amerikanischen Standardgruppe gehört schließlich die Deutsch-Amerikanische Petroleum-Akt-Ges. in Hamburg unter Führung des Bankhauses Warburg. — Sollten die neuen Pläne des mitteldeutschen Braunkohlenbergbaus unter Führung von Werschen-Weißenfeld auf kohlechemischem Gebiete Verwirklichung finden, so ist hier vielleicht noch einmal eine stärkere Beteiligung des jüdischen Elements in der Erdölchemie zu erwarten. Wenn man die Leitung der Betriebe und ihre verbandsmäßige Zusammenfassung betrachtet, so befinden sich der deutsche Kalibergbau und das Kalisyndikat als solche durchweg unter christlicher Leitung. Die Konzernführer, wie August Rosterg (Wintershall-Konzern), Fritz Rechberg, Geheimrat Körte usw. sind nicht jüdischer Konfession. Das gleiche gilt für die Leitung der fiskalischen Betriebe. Umrahmt ist der Kalibergbau im allgemeinen, ähnlich wie die eben geschilderte Mineralöl-Industrie durch einen Kreis von Banken 213