Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1927)
- Article
- Die Beteiligung der Juden an deutschen Montanunternehmungen
- Date
- 1927-06-01
- Page
- 211 (sequence 11)
- Language
- German
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Die Beteiligung der Juden an deutschen Montanunternehmungen der Deutschen Schachtbau-Akt-Ges. und der Gebhardt & König Akt-Ges., interessiert Nicht zu den Konzerninteressen direkt gehört die Beteiligung an den Kaliwerken Weimar. Die auf dem Braunkohiengebiet erworbenen Erfahrungen wurden 1923 durch den Erwerb der Gewerkschaft G eisenkirchenBismarck und der Bergwerksgesellschaft Magdeburg auf Steinkohle übertragen. Die DPAG., die bisher unter Kontrolle von Direktor Emil Georg Ritter v. Stauß steht, verlor durch den Krieg ihre wichtigsten Produktionsgebiete (Steaua Romana u. a.) und wurde Handelsfirma. Der Streit mit der Deag wurde intensiv geführt, während man nicht sagen kann, daß die Versuche einer neuen Produktion sehr energisch und erfolgreich waren. So erwarb man 1920 die Majorität der Bayerischen Braunkohlen-Industrie-Akt.-Ges. in Schwandorf, beteiligte sich an der Deutschen Bergbau-Akt-Ges. in Dresden, den ölschieferwerken Jura Akt-Ges. und dem ölkreidewerk Heide (Holstein). Die besonders auf dem Teergebiete tätigen Rütgerswerke, unter Leitung von Generaldirektor Segall, mit denen die DPAG. in der Inflationszeit einen Interessengemeinschaftsvertrag abschloß, haben sich, wie bereits erwähnt, 1920 im Kohlenbergbau (Abendröte, Steinkohlenbergwerk Kulmiz, Gewerkschaften Bergsdorf-Hirschfelde, Hoettger-Waldhausen Akt-Ges. u. a.) festgesetzt Vorher bestand schon das Interesse an der Kursächsischen Braunkohlengas- und Kraft G.m.b.H. 1925 erfolgte die große Verständigung mit der Deag, wobei die DPAG. die Olex-Handelsorganisation der Deag übernahm und sich mit der Anglo-Persian-Oil-Company zu Absatzzwecken verband. Von Deag- Beleiligungen übernahm die DPAG. noch die Gewerkschaft Wietze. Außerdem stehen jetzt hinter ihr die ÖIschachtbau-Akt-Ges. und der Verein chemischer Fabriken Ottensen-Brandenburg mit der Danubia-Akt-Ges. in Regensburg. Das Kohlengeschäft der Rütgerswerke liegt zur Zeit darnieder, der Betrieb der Grube Abendröte (Staubkohle!) wurde stillgelegt. Auch scheint die Verbindung mit dem sanierten Kulmiz-Konzern in Ida- und Marienhütte nicht gerade von Vorteil gewesen zu sein. Die Aussichten des Unternehmens sind nach dem vor ein oder zwei Jahren erfolgten Tode des Generaldirektors Segall jedenfalls nicht risikoärmer geworden. Wieweit daran die Leitung des (in diesem Falle zweifelsfrei nicht-jüdischen) Bankdirektors und wie weit das Schicksal Ursache dafür ist, läßt.sich zurzeit nicht sagen; jedenfalls zeigt sich, daß kleineren Unternehmungen, denen die Großbank-Ölkonzerne ihre Unterstützung vor einigen Jahren 14* 211