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Der Morgen · 1927-06-01 · Heft 2 (Juni 1927) · p. 209

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 2 (Juni 1927)
Article
Die Beteiligung der Juden an deutschen Montanunternehmungen
Date
1927-06-01
Page
209 (sequence 9)
Language
German
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Die Beteiligung der Juden an deutschen Montanunternehmungen einzelner Großbankdirektoren gilt dasselbe wie für das rheinische SteinkohlengebieL In Mitteldeutschland ist die öffentliche Hand (Anhalt,Sachsen!) besonders stark im Braunkohlenbergbau tatig. Außerdem kommen yon anderer Seite industrielle Kräfte, die auch nicht immer als jüdisch anzusprechen sind. So werden die Beziehungen von Gas- und Elektrofirmen zum Kohlenbergbau neuerdings immer enger. Von den zahlreichen großen Konzernen dieses Gebiets, die für den Kohlenbergbau in Betracht kommen, hat zwar nur die A. E. G. vorwiegend jüdische Direktoren und will weniger Energie als Paraffine und öl aus ihren Gruben gewinnen. Zu ihrem Konzern gehören die Grube Leopold-Akt-Ges. und die Gewerkschaft Minna-Anna. Für die Verwertung der Wasserkräfte zur Elektrizitätsgewinnung interessieren sich schon mehr Firmen mit jüdischen Verwaltungsmitgliedern. Dabei ist allerdings nicht zu vergessen, daß hier die öffentliche Hand nicht nur eine große Rolle wie im Braunkohlenbergbau spielt, sondern durchweg maßgebend ist Als Elektrizitätsproduzenten aus Wasserkraft sind also außer den Behörden noch führend die Tochtergesellschaften der A.E. G., der Gesellschaft für elektrische Unternehmungen (Gesfürel) mit vorwiegend jüdischen Verwaltungsmitgliedern, des Lahmeyer-Konzerns unter Generaldirektor Bernhard Salomon mit einem sonst gemischten Verwaltungskonsortium sowie der Siemens-Schuckert-Werke mit vorwiegend christlicher Führung. Jüdische Finanzkonsortien sind maßgeblich beteiligt bei der Rheinischen Elektrizitäts-Akt.-Ges. in Mannheim und der Oberbayerischen Überlandzentrale-Akt-Ges. Der Konzern der christlichen Familie Heck (Dessauer Gas) mit seinen Steinkohlenbeteiligungen (Zeche Westfalen) und Braunkohlenfeldern kann sich mit den oben genannten größeren Gruppen durchaus messen. Die Chemiekonzerne, die sich jetzt auch im Kohlenbergbau betätigen, sind wie die I.G. Farbenindustrie (Riebeck und bedeutende andere) entweder vorwiegend christlich oder haben nur einige jüdische Verwaltungsmitglieder aus Großbankkreisen wie die Kokswerke und Chemischen Fabriken Akt-Ges. Eine der interessantesten Entwicklungen machte in und nach dem Kriege die deutsche Erdölindustrie durch. Zu unterscheiden ist hier die Bewegung der von den Großbanken abhängigen Konzerne einerseits und der von Privatleuten mit Beteiligung der chemischen Industrie in Gang gebrachten Unternehmungen andererseits. Wichtiger als die in Deutschland nur recht kärg- 14 209

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