Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1927)
- Article
- Die Beteiligung der Juden an deutschen Montanunternehmungen
- Date
- 1927-06-01
- Page
- 208 (sequence 8)
- Language
- German
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Emst Landsberg Kohlenhandels-G. m. b. H. und August Burg Komm.-Ges. Diesen Firmen steht auch die Deutsche Industrie-Akt-Ges. nahe. Außer dem oben erwähnten Oehringen sind zu den Steinkohlenbeteiligungen die Czernitzer Steinkohlen-Bergbau-Akt-Ges., die Preußengrube Akt-Ges., die Gewerkschaft Freia- Niesky, außerdem im Westen die Bergwerksgesellschaften Trier und H. Bork zu rechnen. Genaueres über das Ausmaß dieser Beteiligungen ist nicht bekannt. Von Braunkohleninteressen zählen wir als die hauptsächlichsten auf die Gruben Eintracht, Phönix - Braunkohle, Niederlausitzer Kohlenwerke, Bleichert und die rheinische Grube Hubertus. Aufsichtsratsstellen besitzen die Petscheks auch in Borna und bei der österreichischen Alpinen Montangesellschaft, die jetzt dem Ruhrbergbau nahesteht, und in Grube Leonhard, die zum Kreise der Ilse-Bergbau-Akt-Ges. gehört, die neuerdings auch in den Einflußbereich der Familie Petschek gelangt ist Die Inhaber der Prager Bankfirma Petschek & Cie. haben außer ihren Bankbeteiligungen (Böhmische Escompte-Ges.) auch Braunkohleninteressen erworben. Mit einem Konsortium, an dem die Firmen Arons & Walter, Gebr. Arons, Homberger und Reichsminister a. D. Eugen Schiffer beteiligt sind, beherrschen sie die Anhal tischen Kohlenbergwerke und die Wer sehen-Weißenfelder-Braunkohlen-Bergwerke. Von sonstigen jüdischen Kohlenbeteiligungen sind noch die der Bankfirma Simon Katz&Co. in Berlin (consolidierte Caroline und Greppiner-Werke) und der Firma Jacquier & Securius (Braunschweigische Kohlenbergwerke mit fiskalischen Interessen) zu erwähnen. Die Berliner Händlerfirma Cäsar Wollheim steht zwei niederschlesischen Steinkohlenbergwerken nahe, deren Majorität jetzt die Rütgerswerke Akt-Ges. (Abendröte und Steinkohlengewerkschaft Kulmiz) besitzen. Abgesehen davon, ist sie in den Aufsichtsräten mehrerer Kohlenfirmen (Hedwigshüttej, Schlesische Bergwerks- und Hütten-Akt-Ges., Brikettfabrik Zaborze, Ilse-Bergbau, Akt-Ges. für Kohlendestillation) und bei Elektrizitätsfirmen vertreten. Soweit die jüdischen Kohlenfirmen. Außer den bereits erwähnten Adligen- und Fürstenfamlien Schlesiens sind aber noch andere nicht jüdische Unternehmen in den mittel- und ostdeutschen Kohlenrevieren tätig. Als bedeutendsten müssen wir auch hier wieder den Stahlkonzern (Vereinigte Oberschlesische Hüttenwerke Akt-Ges.) mit den Kohlenbeteiligungen der Untergesellschaften nennen. Auch die Verwaltung des Kokswerke- Konzerns kann, abgesehen von der ursprünglich jüdischen Herkunft einzelner ihrer Mitglieder, als christlich bezeichnet werden. Für die Mitgliedschaft 208