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Der Morgen · 1927-06-01 · Heft 2 (Juni 1927) · p. 194

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 2 (Juni 1927)
Article
Der Einfluß der Juden auf die "kalte" Sozialisierung
Date
1927-06-01
Page
194 (sequence 7)
Language
German
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Dr. Kurt Zielenziger Fabriken übernehmen sollten. So wurden die Kalkstickstoffwerke in Piesteritz und Chorzow in Oberschlesien erbaut Der leitende Kopf der Stickstoffproduktion war Professor Dr. Nicodem Caro, ihm zur Seite Professor Frank. Diese beiden Juden wurden so zu Mitschöpfern der deutschen Stickstoffgewinnung, neben den Professoren Haber (ebenfalls Jude) und Bosch. Das Werk Chorzow ging nach dem Kriege an Polen verloren, das andere Werk in Piesteritz wurde in eine Aktiengesellschaft, die Mitteldeutschen Stickstoff werke A.-G., eingebracht, deren sämtliche Aktien das Reich übernahm. In den Besitz des Reiches gingen 1919 auch die Bayerischen Kraftwerke A.-G. über, die ihrerseits wiederum die Stickstoffland G. m. b. H. gründeten. Der Plan eines Stickstoff-Handelsmonopols, den Helfferich gehegt hatte, gelangte aber nicht zur Ausführung. Auf ähnliche Weise entstanden die Aluminiumwerke des Reiches. Vor dem Kriege besaß Deutschland keine nennenswerte Aluminiumproduktion. Da aber der Bedarf während des Krieges sehr groß wurde, entschloß man sich, dieses Metall selbst zu produzieren. So kam 1916 der Vertrag zwischen den Reichsbehörden einerseits und der Metallbank sowie der Chemischen Fabrik Griesheim Elektron andererseits zustande, der die beiden Privatfirmen verpflichtete, in Bitterfeld, Horrem und in Rummelsburg Aluminiumfabriken zu errichten. Eine weitere große Fabrik wurde dann 1917 in Lauta in der Lausitz gebaut, und zu diesem Zwecke wurden die Vereinigten Aluminiumwerke A.-G. gegründet, deren Aktien sich ursprünglich zur Hälfte im Besitze des Reiches befanden, heute ihm völlig gehören. Diese Gesellschaft ist heute die Hauptproduzentin des Aluminiums. Ihr angegliedert sind die Erf twerk A.-G. in Köln und die Innwerk, Bayerische Aluminium A.-G., die ebenfalls Muminium erzeugen. Die gesamte deutsche Aluminiumproduktion steht heute unter der Kontrolle der Vereinigten Aluminiumwerke,denen sich noch eine Reihe weiterverarbeitender Werke angegliedert haben. Das Deutsche Reich hat sich gleichsam aus dem Nichts eine bedeutende Aluminiumerzeugung geschaffen. Als Schöpfer dieses Werkes, das ganz dem Gedanken der Autarkie entsprang, kann Moritz von der Porten, der heutige Generaldirektor der Vereinigten Aluminiumwerke A.-G. angesehen werden, auch ein Mann jüdischer Abstammung. Der Betrieb der großen Reichswerke erforderte die Inanspruchnahme enormer Mengen elektrischen Stroms. Auf diese Weise kam das Reich „zum erstenmal in direkte Berührung mit der ElektrizitätsWirtschaft, in eine Verbindung, deren Intensität in der Folgezeit weit über die ursprüng- 194

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