Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1927)
- Article
- Der Einfluß der Juden auf die "kalte" Sozialisierung
- Date
- 1927-06-01
- Page
- 195 (sequence 8)
- Language
- German
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Der Einfluß der Juden auf die „kalte" Sozialisierung liehe Interessenspähre hinauswuchs".1) Zur Versorgung des Stickstoffwerkes Piesteritz wurde ein Vertrag mit dem der A. E. G. gehörenden Braurkohlenwerk Golpa-Jessnitz A.-G. geschlossen und dort in der Nähe das Großkraft- Werk Zschornewitz erbaut. Dieses Werk wurde 1917 in die Elektrowerke A.-G. verwandelt, deren Aktien damals von der A. E. G. an das Reich übergingen. Heute sind die Elektrowerke einer der größten Stromprodozenten Deutschlands. Ihm haben sich eine große Reihe anderer Elektrizitätswerke angegliedert, und sich an anderen Gesellschaften beteiligt. Der Plan Emil Rathenaus von einem bei Golpa zu errichteten Großkraftwerk aus, Berlin mit Strom zu versorgen, hat durch die Elektrowerke nun im Besitze des Reiches seine Verwirklichung finden können. Eine andere Entstehungsursache hatten die Deutschen Werke. Hier galt es nach dem Kriege die große Anzahl der Heereswerkstätten umzustellen. Bei Kriegsende waren in diesen Fabriken noch ungefähr 160000 Arbeiter beschäftigt, und die Werkstätten über ganz Deutschland verstreut In Spandau, Ingolstadt, Kiel, Siegburg und anderen Orten fanden sich derartige Betriebe, und für sie sollten jetzt neue Aufgaben gefunden werden. Das ist nur zum Teil gelungen, weil hier die brauchbare und geschulte Armee der Arbeiter fehlte, und die Betriebsanlagen zum Teil schon veraltet waren. Viele dieser Betriebe wurden deshalb an die Privatindustrie verkauft, die Sozialisierung also auf diese Weise rückgängig gemacht Die Kriegs- und Nachkriegszeit hatte allmählich dem Reich soviel Betriebe zur Verwaltung übertragen, daß eine Übersicht über diesen Konzern bereits recht schwierig geworden war. Ursprünglich unterstanden nicht nur die neugegründeten Unternehmungen, sondern auch die Heereswerkstätten dem Reichsschatzministerium. Als dieses dann 1923 aufgelöst wurde, gründete man die Vereinigte Industrie-Unternehmungen A.-G. in Berlin, kurz Viag genannt Diese Gesellschaft ist heute die Holding-Company aller Reichsunternehmungen. Sie verfügt über ein Aktienkapital von 120 Millionen Mark, das sich au&- schließlich im Besitze des Reiches befindet Mit an ihrer Spitze steht Oberregierungsrat a. D. Dr. Edgar Landauer. In diesem Mann kann man einen der Organisatoren der Reichsbetriebe erblicken. Die finanzielle Kontrolle der Kriegsgesellschaften hatte das Reichsschatzministerium veranlaßt, in der Form einer G. m. b. H. eine Reichskredit- und x) Vergl. Guggenheim, a. a. O., S. 26. 13* 195