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Der Morgen · 1927-06-01 · Heft 2 (Juni 1927) · p. 152

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 2 (Juni 1927)
Article
Einführungen in das erste Buch Mose
Date
1927-06-01
Page
152 (sequence 4)
Language
German
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B. Jacob griffen hat. „Nimm doch deinen Sohn----und geh du zu dem Land Moria und bringe ihn dort hinauf für ein Opfer auf einem der Berge, den ich dir sagen werde". Zunächst fehlt hier ein kleines Wörtchen, das unbedingt nötig gewesen wäre, wenn Gott wirklich das Opfer Isaaks gewollt hätte; das Wörtchen: mir. Ferner hätte es heißen müssen: „als ein Opfer", aber niemals findet sich in der ganzen Bibel, trotzdem doch so oft von der Darbringung von Opfern geredet wird, die hier gebrauchte Wendung. Isaak soll hinaufgebracht werden, aber das Opfer bleibt noch im Dunklen. Auch Abraham soll so lange im Ungewissen sein, bis kein Ausweg mehr offen zu bleiben scheint. Aber auf alle Fälle folgt er. Warum, das werden wir nachher erkennen. Es verlohnt sich, bei dem ersten Verse noch zu verweilen. . Wie ein neues Goldstück, das zum ersten Male in den Verkehr tritt, seine frische Prägung noch in voller Schärfe und Klarheit zeigt, so reden biblische Worte dort am Eindrucksvollsten zu uns, wo sie zum ersten Male auftreten. „Nach diesen Begebnissen war's, da prüfte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Er sprach: Hier bin ich." Auch zu anderen Menschen hatte Golt schon gesprochen — zu Adam, zu Kain, zu Noah. Aber hier geschieht es zum ersten Male, daß er einen Menschen mit Namen anredet und zum ersten Male, daß der Mensch antwortet: Hier bin ich. Die Menschen kennen und rufen Gott mit Namen seit Enosch, seit es „Menschen", Kinder von Weibgeborenen, gibt, denn ihnen allen gegenüber ist er der Eine und alle verlangen nach ihm. Daß ferner Er „die Sterne alle mit Namen ruft", ergibt sich daraus, daß diese seine Diener stets gewärtig sein Regiment vollziehen sollen, aber daß er auch einen einzelnen Menschen mit Namen kennt und ruft und vielleicht für seine Weltzwecke braucht, adelt und beseligt den Staubgeborenen und erhebt ihn zu den Sternen. Nur ein lebendiges, persönliches Wesen kann mit Namen rufen, nur ein Ich ein Du. Der Ruf Gottes mit Namen ist das beglückendste Liebeswort — „Ich rufe dich mit Namen, Mein bist du!" — und zugleich die verantwortungsvollste Berufung. Er wendet sich an die Stärke zugleich und an die Schwäche des Gerufenen. Darum war hier und nicht schon bei dem ersten Geh! der rechte Ort dafür. Denn jetzt erst wird Gott oder der in seinem Namen sprechende Bote das Größste und Schwerste von Abraham verlangen. Darum will er zuvor seine Bereitwilligkeit vernehmen. Und Abraham antwortet: Hier bin ich! Das ist der einzig ebenbürtige Gegenruf. Es ist nur Ein Wort, aber das inhaltvollste 152

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