Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 1 (April 1927)
- Article
- Gaspar da Gama
- Date
- 1927-04-01
- Page
- 119 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Gaspar da Gama und behandelte sie gut, besonders den Juden, der den Namen Gaspar da Gama erhielt, weil er bei ihm Pate gestanden hatte; der König zog diesen Juden häufig ins Gespräch und hörte gern was er zu erzählen hatte, erwies ihm daraufhin manche Gunstbezeigung, gab ihm Anzüge aus seiner Garderobe und Pferde aus seinen Ställen und Diener aus der Zahl der zum Christentum Übergetretenen, die ihm Dom Vasco gegeben hatte; und Jedermann nannte ihn Gaspar von Indien, denn so wünschte er genannt zu werden." Gaspars Intelligenz und Mut machten offenbar auf die Portugiesen Eindruck; das wird durch folgende Angaben bezeugt: In einer kleinen Abhandlung mit der Überschrift: „Die Königreiche südlich von Kalikut" stehen folgende, sich zweifellos auf Gaspar da Gama beziehenden Worte: „Folgendes sind die Namen gewisser Königreiche an der Küste südlich von Kalikut, zugleich mit ihren Erzeugnissen und deren Wert; alles dieses habe ich aufs zuverlässigste von einem Mann erfahren, der unsere Sprache sprach und vor 3o Jahren von Alexandria in diese Gegend gekommen war." In einem Brief von König Manuel an den Kardinal Protector, 28. August 1^99 (Ravenstein S. 115) heißt es: „Unsere Leute brachten von Qualicut----einen Juden, der Christ wurde, Kaufmann und Graveur ist und die Küsten von Alexandria bis Indien und darüber hinaus auch das Innere kennt und die Tartarei bis an das große Meer." Zweiter Brief von Girolamo Sernigi an einen vornehmen Florentiner, wahrscheinlich Ende 1^99 geschrieben: „Seit ich Ihnen über Indien einen vollständigen und ins Einzelne gehenden Bericht geschickt habe, ist hier der Lotse angekommen, den sie überwältigten. Er schien Sclavonier zu sein und ist tatsächlich Jude, der in oder bei Alexandria geboren ist und von dort in jungen Jahren nach Indien ging. In Kalikut hat er Weib und Kinder. Er besaß ein Schiff und unternahm mehrere Seefahrten.... Er sagt, daß dort nicht viele Juden sind; und ein König der Juden, der zehn Stämme des jüdischen Volkes, die aus Egypten auswanderten.... In Kalikut ist ein Tempel, und wer ihn vor Mittag an einem siebten Mittwoch betritt, stirbt, in Folge teuflischer Erscheinungen. Der jüdische Lotse bestätigt das als durchaus richtig.... Er gab auch an, daß man in jenen Meeren ohne Kompaß fährt, aber mit Hilfe von hölzernen Quadranten." Dann folgt ein "Verzeichnis von „für jene Gegend geeigneten Handelsartikeln"; betreff dieses "Verzeichnisses habe genannter Jude „über alle diese Dinge reiche Aufklärung gegeben." Rayenstein (S. 179) meldet, daß Amerigo Vespucci, dessen Flotte gerade zur Erforschung Südamerikas aufbrach, Gaspar am Cap Verde getroffen habe. In seinem Briefe an Medici vom (\. Juni x5oi sagt er: „Der beifolgende Bericht über Handelshäfen wurde mir von einem gewissen Gaspar geliefert, der viele Sprachen kennt, zweimal von Lissabon nach Indien gefahren und in Malacca und Sumatra gewesen ist. Gaspar teilt mit, daß er ein großes Königreich im Indischen Binnenlande besucht habe, reich an Gold, Perlen und Edelsteinen sei und Perlicut (Calicut?) genannt werde. Er hat auch Mylapore, Pegu, Bengalen und Orissa besucht." Bei Sernigi gibt Gaspar selbst an, daß er eine Frau und Kinder in Kalikut hatte. Als Gaspar im Jahre i5o2 Vasco da Gama begleitete, fand er seine Frau in Cochin. Er gab sich alle Mühe, sie zur Heimkehr 119