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Der Morgen · 1927-04-01 · Heft 1 (April 1927) · p. 118

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 1 (April 1927)
Article
Gaspar da Gama
Date
1927-04-01
Page
118 (sequence 5)
Language
German
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Herbert Loewe Brief war kurz, und das Weglassen einer unwesentlichen Einzelheit ist leicht verständlich. Aber obgleich das Logbuch es verschweigt, so ergibt sich doch aus dem überwiegenden Beweis der anderen Berichte mit Gewißheit, daß Gaspar Jude gewesen ist, und weiterhin aus dem Vorfall, daß seine Frau einige hebräische Bücher besessen hat. Hat Gaspar spanisch oder italienisch gesprochen? Daß das Logbuch und der Bericht des Goes Gaspar italienisch sprechen lassen, er aber, wie die L e n d a s sagt, die Portugiesen auf castilianisch angeredet habe, bietet keine Schwierigkeit. "Vespucci bezeugt Gaspars Kenntnis fremder Sprachen, und sicherlich hat er die Ankömmlinge in mehreren Sprachen nacheinander begrüßt, bis er eine Antwort erhielt. Gaspars Alter und Geburtsort. Nach dem Logbuch soll Gaspar ungefähr 4o Jahre alt gewesen sein. Barros, der Goes folgt, berichtet, daß Gaspars Eltern um x45o aus Posen geflohen seien, um der Verfolgung zu entgehen. Das muß sich auf die von John Gapistrano veranlaßten Unruhen beziehen, die Daten sind nicht ganz genau. Barros stellt Folgendes fest: „Im Jahre i45o hatte der polnische König in seinem ganzen Reiche durch einen Erlaß allen Juden befohlen, innerhalb 3o Tagen Christen zu werden oder sein Reich zu verlassen; wer nach diesem Endtermin noch gefunden würde, sollte verbrannt werden. Die Folge war, daß die Mehrzahl der Juden außer Landes ging; zu den Auswanderern gehörten Gaspars Eltern, die in einer Stadt namens Bosna wohnten. Sie kamen nach Jerusalem und gingen von da nach der Stadt Alexandria, wo er geboren wurde; älter geworden, wäre er lange umhergewandert und endlich nach Indien gekommen." Nun ist der Franziskanermönch John of Capistrano (geb. i386) im Jahre i456 gestorben. Papst Nicholas V. (i447—55) schickte den volkstümlichen Prediger, damit er gegen die Hussiten in Deutschland, Böhmen, Mähren und Schlesien predigen solle. Der Mönch bezichtigte die Juden des Ritualmordes und der Entweihung der Hostie. Er hieß „die Judengeißel". Er setzte es durch, daß die Juden aus Teilen Bayerns verbannt (i452), in Breslau verbrannt (i453) und in Polen (i454) von Kasimir Jagellon IV. der ihnen im Jahre i447 gegebenen Vorrechte beraubt wurden. Darauf setzte in vielen polnischen ßtädten die Verfolgung ein. Gaspars spätere Geschichte. Vasco da Gama verließ Anjadiva am 5. Oktober 1498 und erreichte Melinda, nördlich von Mombassa, am Montag 7. Januar nach dem Logbuch (8. Januar nach den L e n d a s). Gaspar stand jetzt bei den Portugiesen in hoher Gunst und begleitete Paulo da Gama auf seinem Besuch zum König. Von da an wird er in den L e n d a s beständig als „Gaspar, der Dolmetscher" erwähnt. (Z. B. SS. 3oo, 3oi, 3og etc.) Er erreichte Lissabon an Bord des Flaggenschiffes S. Gabriel. Dort wurde er getauft unter dem Namen Gaspar da Gama, nach Vasco da Gama, seinem Paten. Gaspar ist auch bekannt als Gaspar von Indien und möglicherweise als Gaspar d'Almeida. Gaspars Empfang beim Könige wird von Correa beschrieben (Stanley S. 2 7 2): „Dom Vasco berichtete auch dem Könige über den Juden, den er mitbrachte, und über die anderen Gefangenen.... sie wurden alle Christen, denn Dom Vasco betreute 118

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