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Der Morgen · 1927-04-01 · Heft 1 (April 1927) · p. 120

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 1 (April 1927)
Article
Gaspar da Gama
Date
1927-04-01
Page
120 (sequence 7)
Language
German
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Herbert Loewe: Gaspar da Gama zu überreden, sie aber hielt an ihrem Judentum fest. Nach einigen Jahren beschloß die portugiesische Regierung, jüdische Handschriften zu veräußern, die bei der Juden Vertreibung beschlagnahmt waren. Einige Kisten wurden nach Indien geschickt und von Gaspars Frau für die Cranganore-Gemeinde erstanden. In den Kommentaren Afonso Dalboquerques (her. W. de Birch, London 1877) vv""d Gaspar (da India), der Dolmetscher erwähnt. Er wies bei einer Ratsversammlung darauf bin, daß Cochin ein für Einnahme von Ladung geeigneter Platz sei; und sein Rat wurde befolgt: Am 2 Dezember i5oo gingen die portugiesischen Schiffe unweit Cochin vor Anker und erhielten ihre Ladung in weniger als i4 Tagen. Von unserem Gaspar wird gemeldet, daß er bei einer zur Erörterung der geplanten Expedition gegen Kalikut (11, 55) gehaltenen Ratsversammlung zugegen gewesen und an dem Angriff tätigen Anteil genommen habe (II, 70). Der Angriff auf Kalikut erfolgte am 2. Januar 1010. Gaspar erhielt den Befehl voranzugehen (Duce Judaeo qui fidem Christi induerat), und man nimmt an, daß er dabei gefallen ist, da man nichts mehr von ihm gehört hat. Dies ist Alles, was zur Zeit von diesem merkwürdigen Mann bekannt ist. Seine Leiche ist nie gefunden. Ist es möglich, daß er, das Kampfgewirre benutzend, entkommen ist, um zu dem Glauben seiner "Väter zurückzukehren, den er nur unter dem Druck der schrecklichsten Folterqualen aufgegeben hatte? Die Spinozafeier im Haag Von F. Smlerath Der 25o. Todestag Spinozas war der äußere Anlaß, der die Societas Spinozana bewog, Mitglieder und Gäste nach dem Haag einzuladen, um die Stätte, wo der Philosoph seine letzten Lebensjahre zubrachte und diejenige, wo seine irdischen Überreste ruhen, zu besuchen. Der innere Grund liegt tiefer. Diese Zusammenkunft war eine Notwendigkeit. Daß vor nicht allzu langer Zeit eine Spinoza-Gesellschaft gegründet wurde, ist schon Zeichen neuer Gesinnung. Nach der Herrschaft des Materialismus im vorigen Jahrhundert, nach dem ungeheuren Bedeutungsgewinn der Naturwissenschaften, des Historizismus und der erkenntnistheoretischen Untersuchungen verlangt der Mensch — der Mensch im Forscher — der sich so ans Einzelne zu verlieren droht, zurück zur Synthese, zur Einheit. Die tiefsten Regungen seiner Seele, die in der Wissenschaft keine letzte Befriedigung fanden, forderten ihre Rechte. Schon beginnt die Metaphysik, noch an den Universitäten verpönt, wieder aufzuleben, eine neue Ethik und eine neue Religiosität keimen immer kräftiger und gruppieren sich immer fester um einen Namen: Spinoza. Wir leben in der Zeit eines beginnenden Neuspinozismus, dessen sichtbarer Ausdruck die Zusammenkunft aller Spinoza- Freunde und Forscher im Haag ist. Man kann mit Recht sagen, aller, denn die wenigen, die zu Hause blieben, waren durch Alter oder Krankheit entschuldigt. Außerdem aber entsandten fast alle Uni- 120

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