Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 1 (April 1927)
- Article
- Die Juden in der Textilindustrie
- Date
- 1927-04-01
- Page
- 108 (sequence 10)
- Language
- German
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Ernst Landsberg firmen des auseinandergefallenen Konzerns der Aktiengesellschaft Lichtenberger Wollfabrik und Sommerfelder Textilwerke Akt-Ges. — Durch die Fusion der Großhandelsfirma Weill & Cie. mit dem Heyne-Konzern in Thüringen und deren Interessengemeinschaft mit Grünberg ist auch dort eine gewisse „Mischung" zu verzeichnen. Als sonst bekannte Firmen seien noch genannt M. & O. Sommerfeld in Cottbus, in der Vigogneindustrie Marschel Frank Sachs Akt-Ges. in Chemnitz und mehrere zum Blumenstein-Konzern direkt oder indirekt gehörende Firmen, besonders die Vereinigten Vigognespinnereien-Akt-Ges. Von den anderen Zweigen der Wollweberei verzeichnen die Wolldeckenbranche sowie die Möbelstoff- und Teppichindustrie mehrere jüdische Firmen, beispielsweise die Rheinische Möbelstoffweberei-Akt-Ges. und Teppichfabrik Akt-Ges. in Beuel (durch Verwaltungsmajorität), die Teppichfirmen G. Feibisch, G F. Schwendy, die Möbelstoffweberei Goeritz einschließlich Norddeutsche Trikotweberei vorm. Sprick, Akt-Ges., die Smyrna Teppichfabriken- Akt-Ges. In der Baumwollbranche befindet sich der Rohstoffhandel mit ganz wenigen Ausnahmen in hanseatischen nichtjüdischen Händen. Die Spinnereien gehören auch meistens christlichen Konsortien, mit Ausnahme der nach dem Kriege vorgedrungenen Konzerne, nämlich Wolf & Söhne in Stuttgart-Untertürkheim, die mit anderen zusammen in Deutschland die Baumwollspinnereien und -Webereien Bamberg, Erlangen und Konzernfirmen beherrschen und bei einigen anderen süddeutschen Unternehmungen Aufsichtsratsstellungen einnehmen, so bei der Spinnerei Lampertsmühle. Der örtlichen Gliederung nach gibt es sonst keinen jüdischen Konzern mit Ausnahme der in Bocholt an den Karstadt-Konzern angeschlossenen Webereien. Die anderen Großkonzerne Hammersen und Dierig haben christliche Führung (mit Ausnahme eines Direktors bei Dierig). Die Beteiligung an den Meyer-Kauffmann-Textilwerken wurde wieder aufgegeben. Der 1925 ausgebrochene Kampf zwischen Blumenstein und Hammersen um die Gesellschaft für Spinnerei und Weberei in Ettlingen, der zum Teil unter antisemitischen Gesichtspunkten geführt wurde, endete mit dem Siege Blumensteins, der wegen der unglücklichen Taktik von Generaldirektor Häcker (Hammersen) leicht das Bankkapital auf seine Seite bringen konnte. Gebr. Blumenstein kontrollieren auch die Baumwollbetriebe des Ebersbach-Lörracher Konzerns und die Gruppe Rubbert (Hohenlimburg). Die anderen jüdischen Baumwoll- 108