Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 1 (April 1927)
- Article
- Die Juden in der Textilindustrie
- Date
- 1927-04-01
- Page
- 109 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Juden in der Textilindustrie konzerae sind dem genannten gegenüber bedeutungslos, nachdem die Großhandelsfirma Gebr. Simon KG. in Berlin sich von allen industriellen Beteiligungen zurückgezogen hat Zu erwähnen wäre noch der österreichische Mautner-Konzern, dem ursprünglich auch die Deutschen Textilwerke in Oberlangenbielau hinzugerechnet werden konnten, ferner die Kattundruckerei F. Suckert Akt-Ges., sowie teilweise Gebr. Großmann Akt-Ges. und Warpsspinnerei Oldenburg. Einige weiteren jüdischen Firmen der Baumwollindustrie sind die folgenden: Gebr. Landauer (Weberei) und Spinnerei am Sparrenlech, Kahn & Arnold G. m. b. H. in Augsburg, beide mit aktienmäßigen Beteiligungen bei anderen Firmen der Branche, Kahn & Eckstein und Bothschild in Uhingen, Eberstadt & Co. in Hof, Braunsberg & Co. Akt-Ges. in Hannover, Mechanische Weberei Pausa, Aktien-Gesellschaft (Löwenstein) in Stuttgart, Webstoff-Akt- Ges. in München-Gladbach mit Tochtergesellschaften und Verbindung zu der Berliner Großhandelsfirma Gebr. Friedländer & Maaß, Akt-Ges. für Webwaren und Bekleidung in Breslau, Ph. Bloemendal & Co. in Köln, Gutmann & Cie., Göppingen. Durch die Konzernfirmen (Reis, Friedrichsfeld und Ely- Amsterdam) jüdische Beziehungen die Vereinigten Deutschen Textilwerke Akt- Ges. in Zittau haben u. a. m. Im großen und ganzen dürfte das zahlenmäßige Verhältnis zu den christlichen Firmen dem in der Tuchindustrie ähneln. — Auch die Kunstbaumwollwerke Zuffenhausen Akt-Ges. sind in jüdischen Händen. Bei den Tüll- und Gardinenwebereien, die abgesehen von der Heimarbeitsproduktion meist als Großbetriebe vorkommen, ist auf dem Wege der Aktienbeteiligung stellenweise jüdische Mitarbeit zu verzeichnen. Zu erwähnen wäre außerdem beispielsweise die Württembergische Gardinenweberei Uhingen L. Joseph & Co. in Stuttgart Unter den Spitzenfabrikanten sind ebenfalls vereinzelte Juden, vorwiegend bei Filetspitzen. Die Seidenindustrie ist wie schon bei der Schilderung des 18. Jahrhunderts hervorgehoben wurde, in Deutschland hauptsächlich das Werk rheinischer nicht jüdischer Familien und auch vorwiegend in deren Hand verblieben. Wenn auch das Bankhaus J. Frank & Cie. in Krefeld mit Seidenbetrieben, die in katholischem Familienbesitz sind, in Kontokorrentverbindung steht, so kann man diese Firmen billigerweise nicht als „verjudet" bezeichnen. Da es gerade in dieser Branche fast keine „Konzerne" gibt, muß es immerhin als sehr wichtig angesehen werden, daß der einzige größere Zusammenschluß auf diesem Gebiete 1924 unter der Gebhard & Co.-Akt-Ges. in Voh- 109