Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 1 (April 1927)
- Article
- Die Beteiligung der Juden an der deutschen Eisen- und Metallwirtschaft
- Date
- 1927-04-01
- Page
- 96 (sequence 11)
- Language
- German
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Gerhardt Buer Mittler zwischen einem schwankenden Weltmarkt und der deutschen Industrie groß geworden, und mit dem spekulativen Risiko nehmen sie auch die Kredithilfe für die metallverarbeitende Industrie auf sich. Während der Metallhandel beim Produzenten und an der Weltbörse nur Lieferung gegen Barzahlung kennt, kreditiert er dem Konsumenten aus eigenen Mitteln und beweist so den Wert seiner Wirtschaf tsfunktion durch Übernahme eines doppelten Risikos, um die Arbeit der heimischen Industrie zu sichern. Wie die Zusammenarbeit mit der verarbeitenden Industrie gestaltete sich auch das Verhältnis des Handels zu den deutschen bezw. oberschlesischen Metallproduzenten durchaus zufriedenstellend für beide Teile. Das Ende 1926 aufgelöste Zinksyndikat bediente sich zum Verkauf dreier der hier genannten Firmen, Aron Hirsch & Sohn, Beer, Sontheimer & Co. und der Metallgesellschaft Die Auflösung des Verbandes wurde vielfach auf .einen Gegensatz der Erzeuger zu den Handelsinteressen dieser Firmen zurückgeführt, doch scheint das nach den letzten Ereignissen etwas oberflächlich gesehen. Inzwischen sind nämlich bereits wieder enge Beziehungen zwischen den drei Firmen und den Gräflich und Fürstlich Donnersmarckschen Produzenten aufgenommen worden. Die Auflösung des Syndikates hatte ihren Grund einmal in Differenzen zwischen Giesche und den übrigen Produzenten, dann aber vor allem in der Ansicht, daß zusammen mit den drei deutschen Firmen, die selbst Zinkhütten in Nord- und Westdeutschland betreiben, die spezifisch polnisch-oberschlesischen Interessen, insbesondere die Ausnutzung der Frachtlage zum deutschen Markt, nicht mit genügendem Nachdruck vertreten werden könne. Infolgedessen bemühte man sich nach der Auflösung des alten Verbandes sofort um die Gründung einer rein polnisch-oberschlesischeD Produzentenvereinigung, und es ist den hier unter Führung von Aron Hirsch & Sohn handelnden Firmen als besonderes Verdienst anzurechnen, daß sie mit ihren Donnersmarckverträgen den Versuch machen, eine Beherrschung des deutschen Zinkmarktes durch ein lediglich polnisch-oberschlesisch interessiertes und von amerikanischem Kapital (Giesche-Harrimann) geführtes Syndikat hintanzuhalten. Die großen Handelsfirmen der Metallbranche wurden durch die Verhältnisse selbst dazu gedrängt, sich auch auf industriellem Gebiet, allerdings meist abseits von der Bergwerksproduktion, zu betätigen. Wie beim Eisen wurde auch hier die Altmetallverwertung ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, zumal Deutschland ja nur über unzureichende Metallvorkommen verfügt Während 96