Mannheim
Compact Memory

Der Morgen · 1927-04-01 · Heft 1 (April 1927) · p. 97

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 1 (April 1927)
Article
Die Beteiligung der Juden an der deutschen Eisen- und Metallwirtschaft
Date
1927-04-01
Page
97 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2895450-2895467-2895469-2897649--01787-2897772
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Die Beteiligung der Juden an der deutschen Eisen- und Metallwirtechaf t des Krieges und in der Inflationszeit, als Blockade- und Valutaverhältnisse jede Einfuhr bis zur Unmöglichkeit erschwerten, gewann die Altmetallwirtschaft entscheidende Bedeutung. Auch hier war es Norbert Levy, der als Leiter der Metallkriegswirtschaft in vorderster Reihe stand. Schon vorher gingen jedoch Metallfirmen, die sowohl Altmetalle wie Neumetalle handelten, dazu über, in sogenannten Lohnhütten das Altmaterial für ihre eigne Rechnung verarbeiten zu lassen. Der nächste Schritt war die Angliederung und der Bau eigener Metalihütten und Schmelzwerke durch Handelsfirmen, und die bedeutendsten gingen von hier zur Weiterverarbeitung, zur Herstellung von Halbfabrikaten über, die bald auch die Versorgung mit selbst aus fremdem Erz erzeugtem Neumetall verlangte. So entstanden die Hüttenwerke Niederschöneweide vorm. Ginsberg, die jetzt von A. Schoyer und Alfred Dreyfus kontrolliert werden, die Zinkraffinerie Oberspree, die mit der Aktienmehrheit der Deutschen Metallhandel Aktiengesellschaft gleichfalls unter den Einfluß von Dreyfus gelangt ist, die Hüttenwerke Pinoff, die der Firma Theodor & Co. nahe stehen, sowie eine ganze Reihe von anderen Werken. Die größte industrielle Expansion ist jedoch bei Aron Hirsch & Sohn und beim Frankfurter Metallbankkonzern zu verzeichnen, der die Heddernheimer Kupferwerke, die Berzelius Metallhütten A.-G., und die Süddeutsche Metallindustrie A.-G. in sich aufgenommen hat, die Norddeutsche Affinerie, die Sachtleben A.-G. und eine ganze Reihe anderer beherrscht Liegt hier eine heimische industrielle Entwicklung eines vor dem Kriege weltumspannenden Handelskonzerns vor, so ist die größere schöpferische Leistung wohl bei Aron Hirsch & Sohn und den Hirsch Kupfer- und Messing-Werken zu finden. Der jüdische Händler Aron Hirsch ist neben den westdeutschen Industriellen Basse, Sclve, Heckmann, Ashof u. a. zu einem der schöpferischen Führer in der Entwicklung der deutschen Metallindustrie geworden. Wie die Metallbank und die mit ihr in Interessengemeinschaft stehende Metallgesellschaft kam auch er vom Handel über das Hütten- und Schmelzwerk zum Hammerwerk und zur Metallwalzindustrie. Die westlichen Werke, denen noch eine Reihe der eigentlichen Schwerindustrie mehr oder weniger eng verbundener Betriebe zur Seite stehen, vermochten ihre Bedeutung namentlich für den großen Bedarf der westlichen Industriegebiete selbst zu erhalten, doch müssen als die führenden Unternehmen der Metallwalzindustrie heule Hirsch-Kupfer, der Metallbankkonzern und als drittes die Mansfeld A.-G. angesprochen werden, die übrigens auch als deutsche Vertreter der internationalen Kupferstelle zusammenarbeiten. Mansfeld 7 97

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.