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Der Morgen · 1927-04-01 · Heft 1 (April 1927) · p. 95

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 1 (April 1927)
Article
Die Beteiligung der Juden an der deutschen Eisen- und Metallwirtschaft
Date
1927-04-01
Page
95 (sequence 10)
Language
German
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Die Beteiligung der Juden an der deutschen Eisen- und MeUlIwirtschaft Gruben nicht erheblich ins Gewicht fällt Die einzige Bergwerksproduktion an Kupfer besitzt in Deutschland die Mansfeld Akt-Ges. für Bergbau und Hüttenbetrieb, die vor wenigen Jahren aus der Mansfelder kupferschieferbauenden Gewerkschaft hervorgegangen ist Bei der Umwandlung des alten Unternehmens in einen modernen Betrieb hat der bereits erwähnte Berliner Bankier Hugo L Herzfeld eine bedeutende Rolle gespielt Herzfeld dachte auch hier nicht daran, sich eine industrielle Position zu schaffen, und die Verwaltung der Gesellschaft ist keineswegs um der wertvollen Dienste Herzfelds willen in jüdische Hände gekommen. Lediglich ein Vertreter der Herzfeldschen Familie wurde neben vielen anderen in den Aufsichtsrat aufgenommen. Dennoch ist die Bedeutung des deutschen Judentums für die Mctallwirtschaft eine außerordentliche geworden, denn die Versorgung Deutschlands mit den wichtigen Nichteisenmetallen ist nicht in erster Linie eine Funktion der Industrie, sondern eine Funktion des Handels. Der Metallhandel war wie wenige andere dazu prädestiniert eine weltumspannende Bedeutung zu erlangen und gut geleiteten Firmen hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Die Tatsache, daß die wichtigsten Produktionsstätten der begehrtesten Metalle in überseeischen Ländern liegen sowie die hervorragende Fungibilität der Ware mußten einen Welthandel entstehen lassen, der seine Mittelpunkte in Newyork und London gefunden hat Damit waren die Vorbedingungen zur Entstehung des börsenmäßigen Metallhandels gegeben, der dem Verbraucher erst die Möglichkeit gibt, sich gegen die Zufälle einer so komplizierten und so vielen Einwirkungen ausgesetzte Marktgestaltung zu sichern. Der Terminhandel hat sich für Metalle ebenso als eine Notwendigkeit ergeben wie etwa für Getreide oder für Wertpapiere. Es waren hauptsächlich jüdische Firmen, an der Spitze der alte Führer des Berliner Metallhandels, Kommerzienrat Norbert Levy, die in Deutschland die durchgearbeitete Technik des modernen Metallhandels entwickelt und die reibungslose Versorgung der deutschen Wirtschaft mit überseeischen Metallen in der Zeit schnellen Aufstiegs und rascher Ausdehnung des Konsums durchgeführt haben. Hier seien nur wenige Namen genannt, und an die Hamburger Importeure Warburg, Prenzlau und Gotthold, an N. Levy & Co. in Berlin, jetzt in der N. Levy-Stern Akt-Ges. fusioniert, an Aron Hirsch & Sohn, das Stammhaus der Hirsch Kupfer- und Messing-Werke an M. Lissauer&Co. in Berlin und an Beer, Sontheimer & Co. in Frankfurt a. M. erinnert, wobei noch eine lange Reihe zum Teil auch bedeutender Firmen ungenannt geblieben ist Alle diese Firmen sind als 95

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