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Der Morgen · 1927-04-01 · Heft 1 (April 1927) · p. 94

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 1 (April 1927)
Article
Die Beteiligung der Juden an der deutschen Eisen- und Metallwirtschaft
Date
1927-04-01
Page
94 (sequence 9)
Language
German
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Gerhardt Buer des deutschen Stahltrusts zum Bankkapital wohl eine Weggenossenschaft zweier Großmächte erblicken, die beiden Vorteile, Gewinne und Machtzuwachs bringt, ohne daß einer der beiden Partner auch nur den Versuch machen könnte, den anderen unter seine Herrschaft zu zwingen. Wenn wir auch hier, dem allgemeinen Gebrauch folgend, die Eisenwirtschaft aus dem Komplex der übrigen Metalle herausgelöst haben, so geschieht das nicht nur, weil sie in ihrer allgemeinen Struktur von der Wirtschaft der Nichteisenmetalle in Deutschland grundlegend verschieden ist, sondern weil insbesondere auch die Position des jüdischen Unternehmertums sich in der sonstigen Metallwirtschaft vollkommen anders darstellt Wahrend der Schwerpunkt der Eisenwirtschaft vollständig auf die Industrie übergegangen ist, verblieb er bei den Nichteisenmelellen trotz verschiedentlicher industrieller Konzentrations- und Expansionsbestrebungen beim Handel Die Bergwerksproduktion, die eigentliche Grundlage jeder Metallindustrie ist in Deutschland nur im beschränkten Umfange für Zink und in noch geringerem Maße für Kupfer möglich. Aus den oberschlesischen und rheinischen Zinkvorkommen werden auch gewisse Bleimengen gewonnen, doch sind diese so minimal, daß sie ernsthaft nicht in Betracht gezogen zu werden brauchen. Auch der Zinkbedarf kann nur zu rund einem Viertel im Inlande erzeugt werden, und der von der deutschen Industrie gedeckte Teil des Kupferverbrauchs ist noch wesentlich geringer, obwohl zum guten Teil fremde Erze zur Verarbeitung importiert werden. In der Bergwerksproduktion herrschen auch hier, wie beim Eisen, alte Industriefamilien. Der oberschlesische Besitz an Zinkerzen wird nach wie vor sowohl auf der deutschen wie auf der polnischen Seite der neugezogenen Grenze von den alten schlesischen Magnatenfamilien, den Giesches, Hohenlohes und Donnersmarcks beherrscht, soweit diese an ihrem polnischen Besitz nicht amerikanisches, englisches und französisches Kapital interessiert haben. Die deutschen Zinkerze befinden sich zum überwiegenden Teil im Besitz der Bergwerksgesellschaft Georg von Giesches Erben, die statutengemäß jüdische Gesellschafter nicht aufnimmt Die weniger bedeutenden rheinischen Zinkerze werden von der Aktiengesellschaft für Bergbau und Zinkfabrikation zu Stolberg ausgebeutet, die in ihrer Tradition und ihren Geschäftsbeziehungen der rheinisch-westfälischen Schwerindustrie nahe steht Schließlich besitzt der Metallbankkonzern in Frankfurt a. M. als einzige Firma aus der Handelssphäre eine Bergwerksproduktion an Zink, die jedoch neben den oberschlesischen 94

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