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Der Morgen · 1927-04-01 · Heft 1 (April 1927) · p. 91

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 1 (April 1927)
Article
Die Beteiligung der Juden an der deutschen Eisen- und Metallwirtschaft
Date
1927-04-01
Page
91 (sequence 6)
Language
German
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Die Beteiligung der Juden an der deutschen Eisen- und Metattwirtschaf t Im Schrotthandel sind, grob gesehen, dreierlei Firmengrappen festzustellen. Der Kleinhandel ist fast niemals und der Großhandel so gut wie stets reiner Schrottinteressent, während beim Mittelhandel reine Alteisenfirmen neben Händlern existieren, die sich mit Altmaterialien der verschiedensten Art befassen. Am schwierigsten ist es naturgemäß bei dem vollkommen zersplitterten Kleinhandel, die Bedeutung des jüdischen Elementes festzustellen. Es gibt Landstriche, in denen das Sammeln von Alteisen, Lumpen und Altmaterial aller Art in den Händen kleiner jüdischer Händler liegt und die Aufkäufer dieser Materialien häufig Juden sind. Generell auf das Reichsgebiet sind diese Verhältnisse jedoch nicht übertragbar, und im Ganzen besteht ohne jeden Zweifel nur ein kleinerer Prozentsatz der Altmaterialaufkäufer aus Juden. Für die Beurteilung des jüdischen Einflusses auf die Schrottwirtschaft ist diese Frage übrigens recht gleichgültig, denn der kleine Alteisenhändler spielt nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlich nur eine untergeordnete Rolle. Soweit die Eisenindustrie nicht den Schrottentfali ihrer eigenen Walzwerke und verarbeitenden Betriebe verwertet, stützt sie sich fast durchaus auf die größeren Mengen, die in den Fabriken der eisenverarbeitenden Industrie sowie bei den Großkonsumenten, also etwa der Eisenbahn, entfallen. Diese Mengen werden unmittelbar vom Groß- und Mittelhandel erfaßt, und zwar schaltet bei den wichtigsten Objekten der Großhandel den Mittelhandel immer häufiger aus, um das Material direkt den mit ihm verbundenen Eisenwerken zuzuführen. Denn auch hier sind die Großfirmen mehr und mehr zu Werkshandlungen geworden, und die Führerkreise der Industrie beherrschen unter Zurückdrängung der eigentlichen Händlerinteressen den Markt Diese Entwicklung nahm im Schrotthandel von beiden Polen, sowohl vom Handel wie von der Industrie, ihren Ausgang. Von industrieller Seite wurde die größte deutsche Schrotthandelsfirma, die jetzige Schweitzer & Oppler Aktiengesellschaft, nachdem sie von Juden gegründet und hochgebracht worden war, zuerst teilweise und dann ganz aufgekauft Heute ist die Gesellschaft Werkshandlung der mittel- und ostdeutschen Eisenindustrie. Die Frankfurter Schrottfirma J. Adler jun., die eigentliche Basis des Aquila- Konzerns, beteiligte sich hingegen, wie schon in unserem Abschnitt über die Industrie erwähnt wurde, am Eisenhüttenwerk Thale und am Gußstahlwerk Döhlen, sodaß auch hier Werksinteressen mit Handelsinteressen verbunden sind. Allerdings ist die Händlerseite die überwiegende geblieben, zumal vor kurzem die Döhlen-Beteiligung an die Deutsche Bank verkauft 91

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