Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 1 (April 1927)
- Article
- Die Beteiligung der Juden an der deutschen Eisen- und Metallwirtschaft
- Date
- 1927-04-01
- Page
- 92 (sequence 7)
- Language
- German
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Gerhardt Buer worden ist Von Werksgesichtspunkten unbeeinflußt geblieben sind Yon eigentlichen Großfirmen lediglich Adler in München, und im Ruhrgebiet die Stern Akt-Ges. in Essen. Auch die Rheinisch-Westfälische Eisenindustrie ist jedoch, dem Muster der mitteldeutschen und oberschlesischen Werke folgend, dazu übergegangen, den Schrotteinkauf durch ein gemeinsames Kontor vorzunehmen, um so die Marktgestaltung fester in die Hand zu bekommen, die wirtschaftlichen Funktionen und die Bedeutung des freien Handels einzuschränken. Diese Taktik war in Mittel- und Ostdeutschland von Erfolg begleitet und bietet auch im westlichen Industrierevier weitgehende Aussichten auf eine absolute Herrschaft der Schwerindustrie in der Schrottwirtschaft, da das Ausfuhrverbot für Schrott den Einkaufszentralen der zusammengeschlossenen Stahlwerke praktisch ein Monopol verschafft Der Schrotthandel ist daher, auch wenn er nicht direkt von Werksinteressen beeinflußt ist, zu enger Zusammenarbeit und zu langfristigen Abmachungen mit der von den Händlerfirmen der Industrie beherrschten Einkaufszentrale gezwungen. In dieser Situation ist es nur zu verständlich, daß auch der Mittelhandel, der jüdische wie der nichtjüdische, an Bedeutung zusehends verliert Häufig war es zu beobachten, daß die Einkaufsorgane der Schwerindustrie den mittleren Händlern größere Objekte, die etwa von der Eisenbahn ausgeschrieben waren, zu Preisen weggekauft haben, die von den Händlern selbst bei Lieferungen an die Werke niemals erzielt werden konnten. Die Werksfirma mit der industriellen Kapitalmacht hinter sich, ist in der Lage, auch vorübergehend größere Spesen anzulegen, um sich die Herrschaft über den Markt zu erringen und zu sichern. Als Abschluß bleibt noch zu untersuchen, wieweit jüdischer Einfluß sich von der Seite des Finanzkapitals, den Banken her, in die Eisenindustrie geltend gemacht hat und geltend macht Wir haben bereits auf die geringe Rolle hingewiesen, die jüdische Namen in der Geschichte dieser Industrie spielen. Die Tatsache, daß in den Aufsichtsräten die Bankverbindung unserer großen Eisenkonzerne häufig neben anderen von solchen Persönlichkeiten vertreten werden, die jüdischer Religion oder doch jüdischer Abstammung sind, kann noch keinen Anlaß geben, einen ausschlaggebenden Einfluß der hier vertretenen Bankkreise auf das Industriewerk zu konstatieren. Noch unrichtiger ist es, den vorhandenen Bankeinfluß einem jüdischen gleichzustellen, weil einige jüdische Bankdirektoren im Aufsichtsrat vertreten sind. Es sind nur ganz wenig Fälle, in denen jüdische Bankiers in der Entwicklung von Werken der Eisenindustrie in der Tat eine gewichtige Rolle gespielt haben, wie es etwa bei 92