Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 1 (April 1927)
- Article
- Der Psalter
- Date
- 1927-04-01
- Page
- 25 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Psalter nach hebräischer Zählung nach Septuaginta nach Vulgata nach Luther Buch I i— 4i „ IV 90—106 „ V 107—i5o „ II 4a— 72 „ III 73— 89 1— 4o 4i— 71 72— 88 89—io5 106—i5o 1— 4o 4i— 71 72— 88 89—io5 106—i5o 1- 4i 42— 72 73- 89 90—106 IO7—IDO Diese Zählungsvarianten verhüllen leider den klaren Sachverhalt, daß faktisch in allen vier Texten die Bücher gleichmäßig beginnen. Buch I Wohl dem, der nicht wandelt im Rate der Gottlosen. „ II Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu Dir. „ III Israel hat dennoch Gott zum Trost, wer nur reines Herzens ist „ IV Herr Gott, Du bist unsere Zuflucht für und für. „ V Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, ewig währet seine Güte. Was sagen schließlich die Theologen und Literarhistoriker des Alten Testaments zu unserer Frage? Vielleicht wird aus der Beschränkung ihrer Antworten der uns fragwürdige Rest sich noch deutlicher herausheben. Wir können sie typisch durch zwei ihrer besten Vertreter so hören: Bertholet läßt den Psalter „aus dem Zusammenschluß verschiedener Teilsammlungen, den erst nachträgliche Teilung nach dem Muster des Pentateuch wieder in fünf Bücher zerlegt" hervorgehen, obwohl er „sich der Erkenntnis kaum verschließen kann, daß die Psalmen im Großen und Ganzen eine geistige und literarische Einheit bilden".1) Leider hört hier sein Nachforschen auf, wo die weitere Frage gewesen wäre: was wurde gesammelt, das heißt, welches war das Kriterium für die Aufnahme oder Ablehnung eines Psalms und wie wurde das Gesammelte geteilt, da es doch schon einmal eine geistige und literarische Einheit bilden soll? Budde wiederholt im wesentlichen die alten Erkenntnisse und Hypothesen de Wettes, vermehrt um die Ergebnisse, die ein geschulterer Bearbeiter und eine sicherere Methode 70 Jahre später liefern konnte. Er sagt durchaus Beachtliches über die Mannigfaltigkeit der Psalmen nach Alter, Autorschaft und Zweck, aber vor der Frage, wie die fünf Bücher sich voneinander abheben und warum überhaupt fünf Bücher, und zwar gerade an den oben bezeichneten Stellen sich voneinander abheben, gesteht er die Un- *) Anders Stärk in seinem Kommentar von 1911: „Eindruck einer fast planlosen Auf- 25