Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1927)
- Article
- Der Jude in der Musik
- Date
- 1927-02-01
- Page
- 592 (sequence 3)
- Language
- German
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Alfred Einstein Franeatrippa: Adanai che 1* e lo Goi A voraff impegnä sto Bradamant. Ch* e venut' con lo moscogn Hebrei: Che vuol lo parachem O Samuel, Samuel L' e Sabbä, cha no podem. Venit ä bess, venit ä bessl Was für ein Meister der Beobachtung, der Karikatur Vecchi war, wie diese venezianischen oder modeneser Juden vorbeten und einfallen, wie das ein bißchen durcheinander geht, mit Vor- und Nachgeklapper, wie auf das ungeduldige zweite Pochen des Dieners zuerst zwei, dann die ganze Gesellschaft ans Fenster drängt und zu zetern und zu keifen beginnt, wie zum Schluß etwas näselnd und wiegend der abschlägige Bescheid gegeben wird — wobei man den würdigen Baß, den eines echten langbärtigen Patriarchen und den aufgeregten Tenor besonders unterscheiden kann, das möge man in den Neudrucken dieses Stückes bei Kiesewetter und Torchi nachlesen 1 Das Ganze ist ein Meisterstück burlesker Karikatur, an dem natürlich auch das Phonetische, das Textliche seinen starken Anteil hat. Seit Vecchi gibt es noch mehrere „musikalische Judenschulen": auf die letzte macht — Eduard Hanslick1) aufmerksam, der, um zu beweisen, daß die Musik eines bestimmten Ausdrucks unfähig sei, auf den Musikantenscherz hinweist, das fugierte Allegro der Zauberflöten-Ouvertüre als Vokalquartett sich zankender Handelsjuden zu singen. Auf solche harmlose Witze gehen die Juden in Franz Poccis kleinen Marionettenspielen zurück: Schöne Herren, schöne Dame, die ihr stehet do beisame, Käfer, Kafet bei mir ein! Schaut doch meine schöne Sache, laßt sichwohl ä Handel mache um ä blankes Gül-dclein! Wir kehren ins 17. Jahrhundert zurück, und zwar auf ernsteres Gebiet Entspricht das Madrigal des Orazio Vecchi dem italienischen Karikaturstich der Zeit, so entspricht dem Passionsbild der Malerei, das sich ja besonders in Deutschland seit dem i5. Jahrhundert in der abstoßendsten Charakteristik des Juden nicht genug tun konnte, die gesungene Passion. Die alte liturgische l) Vom Musikalisch-Schönen, II. Kapitel. 592