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Der Morgen · 1926-12-01 · Heft 5 (Dezember 1926) · p. 511

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Journal
Der Morgen
Volume
2 (1926-1927)
Issue
Heft 5 (Dezember 1926)
Article
Einführungen in das erste Buch Mose
Date
1926-12-01
Page
511 (sequence 5)
Language
German
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Abraham machen und sich von seinen Ellern abscheiden kann. Denn unter dieser Bedingung ist die Geschlechterfolge ins Dasein gerufen worden. Suchen wir nach einer Erklärung dieses Ritus, so ist eine solche mit Nützlichkeitsgründen, insbesondere sanitären Rücksichten, wie stets beim Religionsgesetz als ein Hineintragen fremder Gedanken von vornherein abzuweisen, wenn es auch gewiß ist, daß, was eine Gemeinschaft seit Jahrtausenden übt, wobei sie alle anderen Völker überdauert hat, auf keinen Fall schädlich und gesundheitsgefährdend sein kann. Auch die Vergleichung mit äußerlich ähnlichen Sitten anderer Völker trägt für die Absichten der Bibel nichts aus. Darauf kommt es an, was die Thora selbst meint und will. Hierüber aber drückt sie sich deutlich aus. Die Mila soll ein Zeichen des Bundes sein, den Gott mit Abraham samt seinen Nachkommen schließt Dabei darf man unter „Bund" nicht einen zweiseitigen Rechtsvertrag zwischen Gleichen verstehen, daher er immer nur der Bund Gottes genannt wird. Sondern es ist eine feierliche Zusage Gottes, und das Zeichen ist ein Unterpfand, eine unauslöschliche Unterschrift, ein göttliches Siegel, daß er sein Wort halten wird. Zunächst mit der Verheißung des angelobten Landes. Das wird ein Beweis sein, daß er „ihr Gott" ist Es ist also das Zeichen der Unzertrennlichkeit von Gott und Israel. Ich bin dein! also auch: Du bist mein! Ein Zeichen der Anverlobung. Abgeschlossen wird diese Zueignung später durch die Befreiung aus Ägypten und die Annahme des Gottesgesetzes am Sinai, für die Israel durch dieses Symbol von seinem ersten Stammvater her reif und willig gemacht werden sollte: „Wenn ihr also auf meine Stimme höret, und meinen Bund wahret, dann sollt ihr mein eigenstes Eigentum sein vor allen Völkern, d. h. ihr sollt mir sein ein Reich von Priestern, ein heiliges Volk." Nach dem Bund bei Noah ist es ein zweiter engerer, nicht bloß zum Leben, sondern zu einem höheren Leben. Die Mila macht also Abraham und sein Geschlecht zum Eigentum Gottes, sie beruft zu seinem Priester, Gefolgsmann, Knecht, Kind, Freund und Vertrauten. Sie ist eine Heiligung. Und zwar geschieht diese nicht durch ein äußeres Zeichen, das man anlegt und ablegt, auch nicht wie bei anderen Riten der Einführung durch eine bloße darstellerische abgleitende Geste, sondern als eine leibliche unverwischliche Markung. Schmerzlich, nicht etwa für das achttägige unbewußte Kind, sondern für die Eltern, ist es ein Symbol des Heroismus, mit dem sie es Gott weihen, der Entschlossenheit, die Zusage Gottes auch für den Sohn, den er ihnen geschenkt hat, anzunehmen und ihn der Gemeinschaft Israels mit Gott "zu erhalten, ein Gelöbnis, ihn in diesem Sinne zu erziehen. Die Mila ist 51t

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