Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1926)
- Article
- Ist die Rasse veränderlich?
- Date
- 1926-10-01
- Page
- 332 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Paul Kämmerer heiraten zurückführen; sie werden vielmehr durch die amerikanische Umwelt bedingt, der die verschiedenrassigen Einwanderer gemeinsam ausgesetzt sind. Die beobachteten Veränderungen erstrecken sich auf den Kopfindex (Verhältnis von Schädellänge und Schädelbreite), die Gesichtsbreite, Körpermasse, Wachstumsgeschwindigkeit, Haarfarbe. Sie alle sind durch Messungen, Tabellen, Kurven, biometrische Berechnungen reich belegt Boas verwahrt sich gegen populäre Schriftsteller, die ihn dahin auslegten, als hätte er die Bildung eines neuen einheitlichen „Yankee-Typus" vertreten. Die Messungen zeigen nur wechselseitige Annäherung einzelner Merkmale. So sagt Boas1): „Der osteuropäische Jude, der einen recht gerundeten Kopf hat, wird langköpfiger; der Süditaliener, der einen ungemein langen Kopf hat, wird kurzköpfiger, so daß beide, was die Rundung des Kopfes betrifft, sich in Amerika einem gleichen Typus nähern" (Abb. 2). /. *- * Abb. 2. Schädel umrisse (von oben gesehen). 1. des in Osteuropa geborenen Juden; a. des in Sizilien geborenen Süditalieners; 3. des. in Amerika später als zehn Jahre nach Einwanderung der Mutter geborenen Ostjuden oder Sizilianers (der Längenbreitenindex ist jetzt ununterscheidbar geworden). (Nach Boas.) Und weiter: „Die Kurve zeigt deutlich, daß die beiden Typen in Europa recht verschieden sind, aber daß ihre in Amerika geborenen Nachkommen einander recht ähnlich sind." Auch hier ist zu ergänzen: „Was die Rundung des Kopfes betrifft", da die Kurve sich nur auf den Schädelindex bezieht Trotzdem ist i) „Changes in bodily form of descendants of immigrants". Washington, Immigration Gommission, 1911. — Die Hauptergebnisse deutsch in der Zeitschrift für Ethnologie, Heft 1, S. 1—22, igi3. 332