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Der Morgen · 1926-08-01 · Heft 3 (August 1926) · p. 244

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Journal
Der Morgen
Volume
2 (1926-1927)
Issue
Heft 3 (August 1926)
Article
Eine Legende vom Menschen
Date
1926-08-01
Page
244 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Eine Legende vom Menschen Nadi dem Midrasch Tandhuma zum Ende des zweiten Budbes Mose wiedergegeben Von Max Dienemann Es sagte Rabbi Jocbanan: es heißt „Gott tut unerforschlich Großes und Wunder ohne Zahl" (Hiob Kap. 9, Vers 10), das bedeutet, daß alle Seelen von Adam bis ans Ende der Welt in den sechs Schöpfungstagen erschaffen worden sind, alle weilen sie im Garten Eden, und alle waren sie anwesend, als die Thora gegeben wurde, denn so steht es geschrieben: „mit denen die heute hier sind und mit denen die heute nicht hier sind, schließe ich diesen Bund.''1' (5 B. M., Kap. 29, Vers i4). Und was bedeutet das: „Er tut unerforschlich Großes?" Das will schildern, wie Großes der Heilige, gelobt sei er, bei der Erschaffung des Kindes tut In der Stunde, da einer seinem Weibe sich gesellt, winkt der Heilige, gelobt sei er, dem Engel, der über die Empfängnis gesetzt ist, und sagt ihm: „wisse, heute Nacht wird ein Mensch erschaffen aus des N. N. Samen, merk dir's, und hab acht auf den Keim, und trage ihn behutsam in deiner Hand." Der Engel gehorcht, nimmt ihn und trägt ihn hin vor den, auf dessen Wort die Welt enstand, und spricht zu ihm: „ich habe getan, was du befohlen, was bestimmst du über diesen Keim?" Alsbald bestimmt der Heilige, gelobt sei er, was aus ihm werden soll, ob ein Mann oder ein Weib, ein Schwächling oder ein Held, ein Armer oder ein Reicher, ein Kurzer oder ein Langer, ein Häßlicher oder ein Schöner, ein Dicker oder ein Dünner, und er bestimmt alle seine Schicksale, aber ob er ein Frommer oder ein Bösewicht werden soll, das bestimmt er nicht, denn das ist in des Menschen Hand allein gestellt Und dann winkt der Heilige, gelobt sex 244

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