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Der Morgen · 1926-06-01 · Heft 2 (Juni 1926) · p. 195

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
2 (1926-1927)
Issue
Heft 2 (Juni 1926)
Article
Völkischer Antisemitismus
Date
1926-06-01
Page
195 (sequence 8)
Language
German
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Ist Fichte ein Gesinnungsgenosse der Völkischen? stens ahnen und sie nicht hassen oder vor ihr erschrecken, sondern sie lieben: alle diese sind ursprüngliche Menschen, sie sind, wenn sie als ein Volk betrachtet werden, ein Urvolk, das Volk schlechtweg, Deutsche. Alle, die sich darein ergeben, ein Zweites zu sein und Abgestammtes, und die deutlich sich also kennen und begreifen, sind es in der Tat und werden es immer mehr durch diesen ihren Glauben, sie sind ein Anhang zum Leben, das vor ihnen oder neben ihnen aus eignem Triebe sich regte, ein vom Felsen zurücktönender Nachhall einer schon verstummten Stimme, sie sind, als Volk betrachtet, außerhalb des Urvolks und für dasselbe Fremde und Ausländer. In der Nation, die bis auf diesen Tag sich das Volk schlechtweg oder Deutsche nennt, ist in der neuen Zeit, wenigstens bis jetzt, Ursprüngliches an den Tag hervorgebrochen und Schöpferkraft des Neuen hat sich gezeigt; jetzt wird endlich dieser Nation durch eine in sich selbst klar gewordene Philosophie der Spiegel vorgehalten, in welchem sie mit klarem Begriffe erkenne, was sie bisher ohne deutliches Bewußtsein durch die Natur ward und wozu sie von derselben bestimmt ist; und es wird ihr der Antrag gemacht, nach diesem klaren Begriffe und mit besonnener freier Kunst, vollendet und ganz, sich selbst zu dem zu machen, was sie sein soll, den Bund zu erneuern und ihren Kreis zu schließen. Der Grundsatz, nach dem sie diesen zu schließen hat, ist ihr vorgelegt: wasanGeistigkeit und Freiheit dieser Geistigkeit glaubt und die ewige Fortbildung dieser Geistigkeit durch Freiheit will, das, wo es auch geboren sei und in welcher Sprache es rede, ist unseres Geschlechts, es gehört uns an und es wird sich zu uns tun. Was an Stillstand, Rückgang und Zirkeltanz glaub t oder gar eine tote Natur an das Ruder der Weltregierung setzt, dieses, wo es auch geboren sei und welche Sprache es rede, ist undeutsch und fremd für uns und es ist zu wünschen, daß es je eher je lieber sich gänzlich von uns abtrenne."1) Hier ist klar und deutlich ausgesprochen, daß deutsch für Fichte nichts Rassenhaftes, ja nicht einmal etwas Sprachhaftes bedeutet Die Scheidungslinie zwischen deutsch und undeutsch geht mitten durchs deutsche Volk hindurch. So wenig ist deutsch etwas Ethnisches, daß für Fichte alle diejenigen deutschstämmigen und deutschsprechenden Menschen, die an eine tote mecha- *) Von mir gesperrt! p. 99/100. 195

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